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{Rezension} Bob, der Streuner von James Bowen

Klappentext: Als James Bowen den verwahrlosten Kater vor seiner Wohnungstür fand, hätte man kaum sagen können, wem von beiden es schlechter ging. James schlug sich als Straßenmusiker durch, er hatte eine harte Zeit auf der Straße hinter sich. Aber dem abgemagerten, jämmerlich maunzenden Kater konnte er einfach nicht widerstehen, er nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und ließ ihn wieder laufen. Doch Bob war anders als andere Katzen. Er liebte seinen neuen Freund mehr als die Freiheit und blieb. Heute sind sie eine stadtbekannte Attraktion, ihre Freundschaft geht Tausenden zu Herzen …

Rezension

Als ein kleiner roter Kater eines Tages vor James Bowens Tür hockt, weiß keiner von beiden, wie sehr sich ihre Leben bald ändern werden. Beide sind echte „Streuner“ und der Straße gerade erst entkommen. James schlägt sich als Straßenmusiker durch, macht gerade einen Drogenentzug und ist eigentlich alles andere als der Richtige, um sich um ein kleines, hilfebedürftiges Wesen zu kümmern. Dennoch nimmt er das Rotpelzchen liebevoll auf, pflegt es gesund und knüpft damit das Band einer ungewöhnlichen und tiefen Freundschaft. Bob, wie der Kater nun heißt, verhilft James dazu, in der Gesellschaft wieder wahrgenommen zu werden, er minimiert die Berührungsängste der Menschen und ebnet dem jungen Mann den Weg – alles mit kätzischem Charme und samtpfotiger Gelassenheit. Im Gegenzug dazu gibt James dem kleinen Kater Halt, Geborgenheit und ein neues Zuhause. Beide werden eine richtige Familie.

Ich habe Bob schon oft im Umgang mit Hunden beobachtet; normalerweise sieht er hoch erhobenen Hauptes an ihnen vorbei. Aber einen Angriff auf seine Brekkies wollte er nicht durchgehen lassen. Mein friedlich schlummerndes Fellbündel sah erst hoch, als sich der Bullterrier gierig schnüffelnd seinem Futter näherte. Er erhob sich im Zeitlupentempo und zog dem Hund dann blitzschnell mit der Pfote eins über die Nase. Muhammed Ali wäre stolz auf ihn gewesen. Der Hund machte einen entsetzen Satz nach hinten und robbte in Bauchlage rückwärts weg von Bob. Dabei sah er aus wie ein Lakai, der seinem König huldigt.

– Bowen: Bob, der Streuner, S.92

Schnell wird klar, dass die beiden schon richtig viele, teilweise sehr schlimme Dinge in ihrem Leben durchgemacht haben, aber auch, dass beide echte Kämpfernaturen sind und es in vielen aussichtslosen Situationen doch noch Hoffnung gibt. Durch James Erzählung aus der Ich-Perspektive hat man als Leser die Möglichkeit, beide Charaktere intensiv kennenzulernen und zu verstehen. Er verleiht Bob eine Stimme und vor allem lässt er nichts aus, flechtet immer wieder Erfahrungen und Erlebnisse aus seiner Vergangenheit auf der Straße ein. James erzählt diese Geschichte in einem einfachen und schnörkellosen Stil und gerade dadurch spürt man die Ehrlichkeit in seinen Worten. Das macht dieses Buch so besonders und so echt. James und Bobs Geschichte bringt zum Lachen und rührt zu Tränen. Sie bewegt das Herz und öffnet die Augen für Dinge und Menschen, an denen wir so oft einfach vorbeigehen.

So schön und schlicht wie innen ist es auch außen. Die Covergestaltung ist einfach traumhaft und zeigt genau das, was James beschreibt: ein Blick auf Bob, diesen wunderschönen Flauschekater, und man verliert sein Herz. Ein paar Bilder von Bob und James innen wären sicherlich auch eine tolle Sache gewesen. Dennoch: „Bob, der Streuner“ erzählt eine wunderschöne, manchmal traurige, immer herzliche Geschichte, die ich jedem – und ganz besonders jedem Katzenmenschen – wärmstens ans Herz legen kann.

Bewertung

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James Bowen: Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte I Bastei Lübbe I 252 Seiten I 978-3-404-60693-1 I 8,99 Euro

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag und Blogg dein Buch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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5 Kommentare

  • Antwort Reading Books 16. Juli 2013 at 10:19

    Ich habe mir das Buch auch gekauft und es direkt verschlungen. Wunderbare Geschichte, toller Kater und beeindruckende Entwicklung des Mannes an seiner Seite. Einfach und unbedingt empfehlenswert :)

    Lieben Gruß
    Annett

    • Antwort tintenmeer 22. Juli 2013 at 14:37

      Liebe Annett,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann dir nur zustimmen. Bob und James ist einfach wunderbar! <3

      LIebe Grüße
      Sandy

    • Antwort Anonymous 7. September 2013 at 15:40

      Das kann ich nur so bestätigen. Das Buch ist so locker geschrieben, das es einfach Spass macht es sofort zu Ende zu lesen…. *****

  • Antwort Kerstin 27. Juli 2013 at 11:07

    Dieses Buch ist mein bisheriges Jahreshighlight! :D

  • Antwort Heike 26. September 2017 at 15:59

    Wir lieben Bob und es ist bemerkenswert, wie er und James sich gegenseitig aus dem Sumpf gezogen haben. Kennst du auch die anderen Bob-Bücher? Sie sind auch ganz toll 😻
    Liebe Lesegrüße Heike

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