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{Feature} Abschied von Aika von Min-ki Kim & Mun-heeKwon

Von der Theorie zum Kinderbuch geht es nun zum Lesestoff. Den Anfang macht ein Bilderbuch, das – im Gegensatz zu den meisten anderen – ein sehr schwieriges Thema kindgerecht behandelt. „Abschied von Aika“ ist ein Kinderbuch zum Thema Tod und Sterben. Auch Kinder sind nicht davor gefeit, einen geliebten Menschen oder wie in der Geschichte von Min-ki Kim und Mun-heeKwon ein Haustier zu verlieren.

Im Leben scheint nicht immer nur die Sonne, an manchen Tagen regnet es und an manchen fällt sogar Schnee. Das ist der Lauf der Dinge. Und so gehören zum Leben und Lachen auch der Tod und das Traurigsein. Für Kinder ist dies wohl eines der schwersten Themen, doch vernachlässigen darf man es darum nicht.

„Abschied von Aika“ gehört zu den wenigen Bilderbüchern, die schon die Kleinsten sanft an die Themen Tod und Sterben heranführen. Die schneeweiße Hündin Aika bekommt jedes Jahr zuckersüße Welpen, über die sich ihre Besitzerin und Freundin – ein kleines Mädchen – immer sehr freut. Doch eines Tages fängt die trächtige Hündin an zu knurren. Bei der Geburt zeigt sich, dass etwas nicht stimmt. Aika hat große Schmerzen, und als der Tierarzt ihr am nächsten Tag eine Spritze geben will, läuft sie davon. Lange sucht das kleine Mädchen nach ihr, doch schließlich muss es hören, dass die schneeweiße Hündin auf ihrer Flucht von einem Auto überfahren wurde. Das kleine Mädchen muss nun Abschied von seiner Freundin nehmen.

Das Bilderbuch kommt mit ganz kurzen, sparsamen Sätzen aus, die nur das Wichtigste aus der Ich-Perspektive des kleinen Mädchens wiedergeben. Dominanter sind die Bilder. Allerdings nicht im auffälligen Sinne. Sie sind nicht bunt, sondern in gedeckten Farben gezeichnet. Sie wirken sehr weich und rauschend, wie Schnee im Kopf, wie die Watte, die alle Geräusche dämpft. In den Bildern sind nur die wichtigsten Details hervorgehoben, der Rest verschwimmt und transportiert so die Gefühle des kleinen Mädchens sehr genau.

Das Ende wird nicht zu schnell abgehandelt, sondern beschreibt die Situation ebenso gewissenhaft und feinfühlig wie die vorangegangenen Ereignisse. Es wird nicht übermäßig hoffnungsvoll dargestellt und nichts beschönigt. Die Hündin wird begraben, ein düsterer Moment im Leben des Mädchens. Es erinnert sich an die schönen Momente mit Aika – und die Bilder werden hell und zeigen die fröhliche Hündin. Aber das Buch lügt auch nicht. Aika wird nicht wiederkommen und so schließt es mit dem Bild des sehnsuchtsvoll blickenden Mädchens und den Worten: „Manchmal glaube ich, dich zu sehen, wie du auf mich wartest. Aika – mein schneeweißer Hund, ich vermisse dich!“ (S.35)

Hardcover I 36 Seiten I aracari Verlag I 978-3-905945-05-8 I 13,90 Euro

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