Fire Hazard Flammenkind
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{Rezension} Fire Hazard 1 – Flammenkind von Bianca Peiler

Klappentext: Seit zweiundzwanzig Jahren bin ich Mitglied der VDJW, der Vereinigung Deutscher Jäger und Wächter, seit ich in der Grundschule versehentlich den halben Raum abgefackelt habe und mein Mentor Ripper mich unter seine Fittiche nahm. Mir zuliebe. Meiner Familie zuliebe. Und ja, ich gebe es zu – der ganzen Welt zuliebe.“ Dämonen, Vampire und anderes Gesocks – das sind die Problemchen, mit denen sich Danielle „Lele“ Hessler herumschlagen darf. Denn Lele ist nicht nur Inhaberin eines Kosmetikstudios und glühende Anhängerin diverser Beautyprodukte. Sie ist auch zur Hälfte ein Feuerdämon und arbeitet für die VDJW, die Vereinigung Deutscher Jäger und Wächter. Als ihr Partner Michail ermordet wird, ist für Lele nichts mehr, wie es war. Sie muss versuchen, Michails Mörder zu fassen – und nebenbei die Welt retten. Dass ihr neuer Partner Calvin nicht nur eine Nervensäge, sondern auch ihr Fleisch gewordener Traum ist, macht die Sache nicht gerade einfacher. Schnell wird klar: Michails Tod ist nicht das Produkt irgendeines durchgeknallten Irren, sondern eines sehr mächtigen Dämons. Plötzlich schweben auch Lele und Calvin in großer Gefahr …

Rezension

Ich kenne und liebe die Bücher von Bianca Peiler. „Survivors – Jeder ist sich selbst der Nächste“ war mein Verborgener Schatz. Es hat mich schwer beeindruckt und emotional berührt, ebenso wie ihre wundervolle Kurzgeschichtensammlung „Das Leben. Sonst nichts“. Also war klar, dass ich auch ihre nächste Geschichte lesen muss, vor allem, da Urban Fantasy zu meinen liebsten Genres gehört (Ilona Andrews und Eileen Wilks lassen grüßen ^^). Ich hatte mal wieder richtig Lust auf ein rasantes Fantasyabenteuer mit taffer Heldin, spannendem Krimifall, ein wenig Action und einer Prise Romantik. Konnte „Flammenkind“ – übrigens der Auftakt von Bianca Peilers Fire Hazard-Trilogie – meine Erwartungen erfüllen? Sehen wir es uns an …

Kommen wir als Erstes zum Schreibstil. Die Story wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Lele erzählt, die einen spritzig-spannenden, humorvoll-sarkastischen Ton an den Tag legt. Es gibt trockene Sprüche und Bemerkungen quasi in jedem Satz und ich muss zugeben, nachdem ich mich ein bisschen daran gewöhnt hatte, hat mir das doch gut gefallen, weil es mal etwas anderes ist. Lele erzählt wie ihr der Schnabel gewachsen ist und das fesselte mich an die Handlung und trieb mich durch die Geschichte, da man immer ganz nah an ihrer Seite ist. Ich mag es eben, wenn die Protagonisten mich in ihren Kopf schauen lassen und ich nicht nur außen vor bin. Auch die Beschreibungen der Schauplätze fand ich schön bildlich und dabei nicht langweilig oder überfrachtet, nichts holpert oder poltert oder hemmt den Lesefluss. Die Autorin kann schreiben – und das merkt man. :)

Lele ist auch wirklich eine interessante Protagonistin mit einer harten Schale und einem weichen Kern. Auch ihre schlummernden Kräfte, die oft kurz davor sind, auszubrechen, haben meine Neugierde geweckt und geben ihrem Charakter eine gewisse Würze. ;) Ich muss aber auch sagen, dass die gute Lele mir an manchen Stellen unsympathisch war, ja sogar kurz davor, tussig oder zickig rüberzukommen, was ich ja GAR NICHT leiden kann. Aber sie kriegt immer noch die Kurve und es war auch sicher beabsichtigt, um ihren widersprüchlichen Charakter zu zeigen, der sich in den nächsten Bänden sicher noch weiterentwickeln wird. Ihre Wortgefechte mit Ripper und Calvin hab ich dafür echt genossen. ^^

Calvin, der potentielle Love Interest, war mir gleich sympathisch und konnte mich für sich einnehmen. Allerdings war er für eine Urban Fantasy Story für meinen Geschmack fast schon ZU NETT und verständnisvoll und geduldig, aber was soll ich machen? Ich stehe eben eher auf Bad Boys in Büchern. ;)

Die Romanze gestaltet sich etwas schwierig und rückt nicht so sehr in den Vordergrund. Da die Umstände nicht so einfach sind (wann sind sie das eigentlich jemals?) und Lele und Calvin erstmal Freunde werden, passiert in der Richtung nicht wirklich etwas und wir müssen uns wohl bis zu den Folgebänden gedulden … Aber eine schnellere Entwicklung hätte auch nicht zu den Charakteren gepasst.

Die Geschichte dreht sich auch hauptsächlich um die beiden, die als Team zusammen arbeiten müssen und da die Story so rasant voranschreitet, bleibt für andere Charaktere nicht viel Zeit, sie treten nur als Nebenfiguren auf. Eine größere Rolle nimmt nur Leles Mentor Ripper ein und ihn fand ich sehr gelungen, seine Sprüche sehr amüsant und trocken und insgesamt einfach cool. Man merkt, dass die Autorin viel Liebe und Leidenschaft in ihre Charaktere gepackt hat und kann sich deshalb gut mit ihnen anfreunden und von ihnen durch das Abenteuer tragen lassen. Ich muss nur sagen, ich hätte gern auch Calvins Sicht der Dinge gelesen, weil ich die männliche Perspektive in Geschichten immer spannend finde. Aber vielleicht im nächsten Teil?

Die Handlung schreitet übrigens ziemlich schnell voran und man rast förmlich durch die Seiten. Ich war zu keiner Zeit gelangweilt und habe das Buch quasi inhaliert. Nur am Ende ging mir alles etwas zu schnell, da hätte ich mir noch mehr Aufklärungen und irgendwie einen anderen Abschluss gewünscht. Auch der Krimifall, in dem unser dynamisches Duo ermittelt, ist leider nicht so komplex wie erhofft. Es wird mehr Augenmerk auf Action als auf die Ermittlungen gelegt, was ich ein wenig schade fand, weil ich doch so gern miträtsle und mich vom Täter überraschen lasse (da bin ich aber auch etwas vorbelastet durch die „Wolf Shadow“-Reihe von Eileen Wilks und die „Stadt der Finsternis“-Reihe von Ilona Andrews). :)

Zwischendurch hatte ich ganz kurz mal das Gefühl, dass die Story etwas auf der Stelle tritt, weil manche Dinge immer wieder betont und wiederholt wurden: Leles unglaubliche Kräfte, die kurz vorm Ausbruch sind, ihre aufkeimenden Gefühle für Calvin und wie Ripper sie mental „runterbringt“. Da hätte es die eine oder andere Erwähnung weniger auch getan, aber das liegt wohl an mir, weil ich da ein bisschen pingelig bin und sowas lieber zwischen den Zeilen serviert bekomme. ;)

Einen anderen Charakter, den Dämonen Samael, fand ich sehr interessant und er schien auch mehr über Lele zu wissen, sodass er in den nächsten Bänden wieder auftauchen wird. Da bin ich echt gespannt drauf! Die Szene in der Bibliothek fand ich übrigens klasse geschrieben, sehr actionreich und spannend und ich hätte gern noch mehr davon gehabt. Denn das Ende kam etwas zu kurz und überhastet für meinen Geschmack. Eine große überraschende Wendung fehlte mir da, eine große Enthüllung, eine bahnbrechende Erkenntnis, irgendwas in der Richtung. Ich habe das Gefühl, dass da vieles für die Folgebände vorbereitet und aufgehoben wurde. Ein kleines Fitzelchen hätte uns die Autorin hier schon gönnen können! :D

Am Ende bleibe ich mit dem Gefühl zurück, dass ich gern noch MEHR gehabt hätte: Mehr über die Nebencharaktere erfahren, mehr Romantik, mehr Action, mehr Krimi und Thrill, mehr Hindernisse im Weg, mehr Drama, mehr Tiefgründigkeit, mehr Überraschung, einfach MEHR MEHR MEHR VON ALLEM! ^^ Vielleicht kennt ihr das Gefühl nach dem Lesen? So kratzt die Story noch zu sehr an der Oberfläche, aber ich bin sicher, darunter schlummert noch einiges und was nicht ist, kann ja noch werden. ;)

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich dermaßen Bammel, dass ich mich am liebsten umgedreht hätte und geradewegs wieder nach Hause gehechtet wäre. Es ist nicht wahr, sage ich mir. Das hier ist ein Traum. Nicht real. Nur ein Traum. Gleich wache ich auf und liege in meinem warmen, kuscheligen Bettchen. Dann klingelt mein Handy, und Michail kaut mir ein Ohr ab. Nicht real. Nicht real. Nicht real. Die Worte werden zu meinem persönlichen Mantra, während ich diesen schwersten aller Gänge antrete.

– Bianca Peiler: Fire Hazard 1 Flammenkind, Position 36-40

Fazit

Der Auftakt der Trilogie bietet uns Lesern locker-lustige und spannend-kurzweilige Urban Fantasy-Unterhaltung aus deutscher Feder. Die Geschichte lohnt sich zu lesen und bietet viel Potenzial für Folgebände. Ich freue mich schon, mehr über Leles geheime Kräfte und ihre Herkunft zu erfahren, mich dann endlich in ihre aufkeimende Romanze mit Calvin vertiefen zu können und mit jeder Menge Action in Atem gehalten zu werden!

Bewertung

Fire Hazard 1 – Flammenkind | CreateSpace | 238 Seiten | 978-1517673789 | 6,80 Euro

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1 Comment

  • Reply {Books about} 300+ romantische Bücher zum Valentinstag - Tintenmeer 14. Februar 2018 at 8:44

    […] Fire Hazard 1 – Flammenkind (Bianca Peiler) […]

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