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{Rezension} Lost in Strange Eyes von Johanna Danninger

Die 19-jährige Meyruka wurde ihr ganzes Leben auf einen möglichen Krieg vorbereitet. Niemand ist so kampferprobt, willensstark und unbeugsam wie sie. Als die feindlichen Mächte schließlich ihre Welt übernehmen, ist sie bereit. Zusammen mit den besten Kämpfern baut die junge Rebellin eine Untergrundorganisation auf, die nur ein Ziel verfolgt: ihre Heimat zurückzuerobern. Doch dann kommt alles anders. Meyruka gerät in die Fänge ihrer Feinde – und trifft auf Captain Syn Leroi, den kytharischen Offizier mit den bernsteinfarbenen Augen… (Klappentext)

Rezension

Nachdem ich auf der Buchmesse wieder einige interessante Titel aufgeschnappt habe, habe ich meinen Readern mit einer ganzen Reihe von Leseproben gefüttert – denn wir haben ja gelernt: Kein Buchkauf ohne Leseprobe! ;)

Dabei war auch das E-Book „Lost in Strange Eyes“ von Johanna Danninger, auf das ich nur gekommen bin, weil ich mal etwas vom „Dark Diamonds“-Imprint von Carlsen ausprobieren wollte. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass Cover und Titel mich ansonsten nicht dazu hätten bewegen können, das Buch anzuklicken.

Zwischen den getesteten Leseproben war die zu diesem Buch die einzige, die mich soweit fesseln konnte, dass ich am Ende „Buch kaufen“ geklickt habe. Das ist ja schon mal ein gutes Zeichen! Mit ihrem vergleichsweise anspruchsvollerem und bildhaftem Schreibstil konnte mich die Autorin schnell begeistern und auch ihre Welt und ihre Figuren muteten vielversprechend an.

Es geht um Meyruka, die in einer Zukunft lebt, in der die Menschen von einer außerirdischen Rasse versklavt wurden. Sie selbst gehört zu einer kleinen Rebellengruppe, die sich im brasilianischen Urwald versteckt halten und gegen die Invasoren kämpfen. Zu ihrem Glück werden sie von ihren Gegnern nicht besonders ernst genommen und als bloße Wilde abgetan. Nur einer glaubt, dass sie eine echte Gefahr sein könnten: Captain Syn Leroi, einer der Außerirdischen. Nur leider kann er seine Vorgesetzten nicht  überzeugen.

Meyruka ist so etwa Anfang 20. Ihr Leben lang war klar, dass diese Invasion kommen würde und seit einigen Jahren kämpft sie nun an der Seite ihres Vaters und einiger Rebellen um die Zukunft der Menschheit und der Erde. Als Anführerin muss sich sich auch gegen die Männer in der Gruppe durchsetzen, was sie zu einer recht starken Protagonistin macht. Sie ist schon eine ziemliche Kick-Ass-Heldin – endlich mal eine Abwechslung zu den „Mäuschen“, die viele Geschichten bevölkern. Und das bleibt übrigens im Verlauf der Geschichte erhalten. Sie verliert ihr Ziel nicht aus den Augen, auch wenn sie dafür Opfer bringen muss. Dennoch hat sie die Sympathie ihrer Leute und der Leser auf ihrer Seite, zeigt Humor und auch mal Schwächen. Das hat mir gut gefallen.

Captain Syn Leroi gehört zur Kampfeinheit der Invasoren und jagt den Rebellen hinterher – auch wenn seine Vorgesetzten diese nicht als Bedrohung ansehen. Er ist anderer Meinung und erkennt Meyruka schon nach ihrer ersten Begegnung als ernstzunehmende Gegnerin. Als im Reagenzglas gezeugtes Wesen sollte er eigentlich eine effiziente und gewissenlose Tötungsmaschine sein – allerdings unterscheidet er sich von seinen Soldaten, weil er in seiner Jugend Kontakt zu einem natürlich Geborenen seiner Rasse hatte und durch diesen sozialen Kontakt ein Gewissen ausbilden konnte. Er zweifelt am System und hinterfragt es immer mehr, was ihn in große Gefahr bringt – und ihn ebenfalls zu einer sympathischen und interessanten Figur macht.

Meyruka und Syn zusammen sind ein spannendes Buchpärchen, deren Beziehung definitiv keine Insta-Love mit ganz viel Kitsch und Schmachterei ist. Sehr erfrischend. Sie treffen zunächst häufig als Gegner aufeinander, was von viel Action und Humor geprägt ist. Im zweiten Teil der Geschichte verliert Syn aber leider einen großen Teil seines Coolness-Faktors. Auf der einen Seite war seine Entwicklung durch die neuen Umstände und die Offenbarung der geheimen Aspekte der Invasion verständlich, auf der anderen hätte ich mir keine solch gravierende Charakterwandlung gewünscht, denn so passte er einfach nicht so richtig zur starken weiblichen Protagonistin.

Rezension | Lost in Strange Eyes | Johanna Danninger | Dystopie | Romantasy | Aliens | Romance | tintenmeer.deEin wenig unrealistisch fand ich auch, dass die Aliens generell recht schnell und einfach immer wieder besiegt werden. Und auch das Ende der Geschichte war leider recht kurz und schmerzlos. Wohingegen andere Anschnitte ziemlich in die Länge gezogen wurden. Dahingehend erschien die Geschichte nicht so richtig rund zu sein.

Was mir die Geschichte leider auch etwas vermiest hat, waren die vielen Fehler: Logische Fehler, Zeichensetzung, Ausdruck. Das hat mich echt genervt. Sorry, aber ich habe den Eindruck, dass reine E-Book-Erscheinungen bei manchen Verlagen nicht genauso gewissenhaft bearbeitet werden wie gedruckte Bücher. Und das ist einerseits nicht gut für den Verlag und andererseits trägt es dazu bei, das Image von E-Books zu beschädigen.

Trotz der Kritikpunkte, die ich hatte, hat mir die Geschichte alles in allem gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin, ihre Charaktere und die Entwicklung des Plots zeigen deutlich, dass aus ihrer Feder ein paar tolle Geschichten kommen können. Ich werde sie im Auge behalten!

Fazit

„Lost in Strange Eyes“ von Johanna Danninger ist eine actionreiche Zukunftsvision, in der Aliens die Menschheit unterworfen haben, um die Erde in Besitz zu nehmen. Eine Prise Humor fehlt ebenso wenig wie ein Hauch Romantik, wobei die Autorin auf Kitsch und Insta-Love verzichtet. Mit einem schönen, bildhaften Schreibstil und interessanten Charakteren zieht sie den Leser in ihren Bann und legt eine erfrischende Story vor, deren kleine Schwächen man gern verzeiht.

Bewertung

Johanna Danninger: Lost in Strange Eyes | 540 Seiten | Dark Diamonds | ISBN: 978-3-646-30017-8 | 4,99 Euro

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1 Kommentar

  • Antwort {Lese-Logbuch} Sandys April 2017 - Tintenmeer 15. Mai 2017 at 22:01

    […] im zweiten Teil des Buches und vom Ende nicht so begeistert. Das könnt ihr aber in meiner Rezension noch genauer nachlesen. ;) 4,5 […]

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