Feature, Plauderstündchen

{Interview} Kieran und Tyler aus der „Unfolding“-Reihe von Penny L. Chapman // oder „Talk dirty to me“

⚠ ACHTUNG: DERBE SPRACHE, EXPLIZITER INHALT UND SPOILER INSIDE! ⚠

Ich weiß, ihr lest jetzt erst recht weiter *muhaha* aber sagt hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt! Das musste sein. Für all die empfindlichen Seelen unter euch. Denn dies ist kein gewöhnliches Interview und nicht unbedingt was für Zartbesaitete. Ich war allerdings voll in meinem Element und hatte Spaß mit den Jungs und ich hoffe ihr habt das auch! :D Vorsichtshalber schicke ich noch eine FSK 18 WARNUNG voraus. Sicher ist sicher.

Wer unseren Blog schon eine Weile verfolgt, ist sicher bereits über die „Unfolding“-Reihe von Penny L. Chapman gestolpert. Ich LIEBE LIEBE LIEBE die Bücher einfach, weil sie perfekt geschrieben sind und geniale Charaktere beinhalten, die verdammt lebendig sind. Was die Geschichten auszeichnet, sind die Emotionalität, der Tiefgang und die wichtigen Themen, die behandelt werden.

 

Kieran Moore und Tyler Kinley sind die männlichen Protagonisten aus Band 1 und 2 und ich zitiere mich hier einfach mal selbst:

Ich liebe ja Buch-Bad-Boys und Kieran war ein echtes Paradebeispiel! Er ist intelligent, direkt, loyal, ehrlich und selbstbewusst und steht zu seinen Worten und Taten, das macht ihn in meinen Augen besonders heiß. <3 — Rezension zu Band 1

Tyler ist so ziemlich der baddeste Bad Boy, den ich bisher getroffen habe. Ehrlich gesagt, erscheint mir das Word „Bad Boy“ zu soft für ihn, wir brauchen einen neuen Begriff! *immer her mit den Ideen* Wie ihr vielleicht schon wisst, habe ich eine Schwäche für böse Jungs in Büchern, aber nur, wenn sie überzeugend handeln und WIRKLICH böse sind. :D Ty erfüllte dieses Kriterium bravourös […] — Rezension zu Band 2

Ich hatte nach dem Lesen von „Damaged“, Band 4 der Unfolding-Reihe, einen ordentlichen Book-Hangover. Und da mir der Abschied so schwer fällt, habe ich mich gefragt, ob ich die Jungs vielleicht wiedersehen kann und Kieran und Tyler nicht Lust auf ein spontanes Interview hätten. Penny hat mir netterweise den streng geheimen Kontakt vermittelt und so schrieb ich Kieran an und wir machten die Details aus. Da die Jungs vielbeschäftigt sind und sie – genau wie ich – keine Lust auf ein „gewöhnliches“ Interview hatten, haben sie mich also mitten in der Nacht an einen besonderen Ort bestellt, aber … lest selbst … ;)


Ich habe ein mulmiges Gefühl, als ich das verwaiste Gelände einer alten, verfallenen Schule betrete. Immerhin ist der Zaun an einigen Stellen schon niedergetrampelt, sodass ich nicht auch noch in komplett armseliger Manier darüber klettern muss. Ich bin bei weitem nicht so sportlich wie die Jungs, also hätte ich mich ziemlich zum Gespött gemacht. Ach ja, es ist Sonntag, der 1. April, mitten in der Nacht. Und hier soll nun unser Interview stattfinden. Klingt komisch? Finde ich auch. Passt aber zu den Jungs.

Mit meinen Sneakers tappe ich über den feuchten Untergrund. Es regnet Bindfäden und die Erde unter mir schmatzt. Ich stehe vor dem Haupteingang und versuche in den dunklen Ecken etwas zu erkennen. Niemand zu sehen. Schon der Eingangsbereich vermittelt kein kuscheliges Gefühl, er ist übersät mit Graffitis und lässt mich einen Blick ins Innere werfen, der mir nicht gerade Mut macht. Ich zücke mein Handy und schreibe K eine Nachricht: „Hey K, bin gerade auf diesem gottverlassenen Schulgelände angekommen. Warum treffen wir uns eigentlich da? Und wo genau steckt ihr?“

Seine Antwort kommt prompt: „Wird auch Zeit. Siehst du das kleine Tor rechts neben dem Haupteingang? Da stehen wir. Nachher ist hier ein Kampf, von daher passt das.“

Aha, deshalb dieser zwielichtige Ort. Hätte ich mir eigentlich denken können, denn die Jungs nehmen regelmäßig an Untergrundkämpfen an verlassenen Orten, sogenannten „Lost Places“ teil. Ich setze mich in Bewegung. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, als ich sie, wie beschrieben, am Tor stehen sehe. Beide tragen schwarze Jeans und Hoodies, wie man es von ihnen kennt und heben sich dunkel vor dem schwarzen Nachthimmel ab. Ihre Präsenz haut mich um! Schon merkwürdig, den Beiden nun in natura gegenüber zu stehen, nachdem ich bisher nur von ihnen gelesen und Fotos im Internet gesehen habe …

K begrüßt mich mit Handschlag, Ty mustert mich mit einem schmutzigen Grinsen und guckt mir nicht ins Gesicht, sondern in den Ausschnitt. Okay, damit habe ich gerechnet. Ich ignoriere es so gut es geht, reiche ihm – professionell wie ich bin – die Hand (die er eine Sekunde länger festhält als nötig) und sage: „Hey Jungs, danke erstmal, dass ihr euch Zeit für mich nehmt. Auch wenn mir eine etwas heimeligere Umgebung lieber gewesen wäre.“ Ich ziehe fröstelnd die Schultern hoch, die Feuchtigkeit kriecht unter meine Jacke. „Können wir uns irgendwo hinsetzen? Drinnen?“

K lacht. „Drinnen? Was zur Hölle? Muss ich jetzt noch so tun, als ob ich in der Schule einen Aufsatz schreibe?“ Dann zuckt er die Schultern. „Drinnen vögeln schon ein paar und saufen. Aber klar, wenn du willst, wir finden sicherlich ein paar Stühle in einem der Klassenzimmer.“

„Ha. Dann fühlen wir uns wenigstens ein paar Jahre jünger! Und wenn ihr mich schon an so einen zwielichtigen Ort bestellt, will ich den zumindest auch von innen sehen. Also dann.“ Ich folge den Beiden zum Haupteingang. In Gedanken macht mich Ks Kommentar schon etwas nervös. Hoffentlich überraschen wir niemanden beim … Spaß haben. Aber ich wollte es ja nicht anders. Und jetzt werde ich eben meine Frau stehen.

Die beiden führen mich durch düstere Gänge, die nach Feuchtigkeit und Moder riechen. Typische Partygeräusche erfüllen die Finsternis: Bierklirren, Gelächter, dumpfe Bässe und … Stöhnen? Wir laufen ein paar Treppen hoch und dann stößt Ty die Tür zu einem, wie es aussieht, alten Klassenzimmer auf. Eine halb verwitterte Tafel hängt schief an der Wand, überall stehen alte Stühle und Tische, am Boden liegen zerbrochene Bierflaschen und die Fenster sind teilweise blind und eingeschlagen. Sehr heimelig. Und leider nicht wirklich wärmer als draußen. Na wenigstens trockener.

Ty: „Setz dich, aber pass auf die Spritzen und benutzten Gummis auf. Safety first.“ Die Jungs lassen sich auf zwei Stühlen gegenüber von mir nieder. „Also, was willst du von uns wissen?“

„Ty, du Gentleman“, sage ich trocken, fege den Unrat vorsichtig mit dem Ärmel vom Stuhl (igitt) und setze mich. Geschäftig krame ich das Aufnahmegerät aus meiner Jackentasche, packe es auf den Tisch und schalte es ein. „So. Damit mir keine schlüpfrige Bemerkung von euch entgeht.“

Ty lacht: „Gut so. Dirty Talk kommt noch besser, wenn man es aufnimmt.“

„Ich wusste, dass dir das gefällt, Schatz.“ Ich zwinkere ihm zu. „Und eure Leserinnen stehen drauf.“

Ty grinst.

„K, was war das Verrückteste, das du und Farren auf eurer Rundreise erlebt habt?“

Kieran überlegt, antwortet: „Als wir in Brasilien waren, haben wir Ureinwohner besucht. Die leben wirklich in Hütten, ohne fließend Wasser und Strom. Das war krass zu sehen, weil wir gewöhnt sind, sogar den Supermarkt um die Ecke zu haben.“

„Stimmt. Wir sind ganz schön verwöhnt und können uns gar nicht vorstellen, wie es ist, anders zu leben.“ Ich wende mich an Ty: „Eine Leserin wollte wissen, wie du die Geburt von Tattles erlebt hast? Das würde mich auch interessieren.“

Ty: „Es war unglaublich. Wirklich das Krasseste, das ich je erlebt habe und scheiße, ich hab viele krasse Sachen erlebt. Wir sind abends um acht ins Krankenhaus gefahren, weil Blake das Gefühl hatte, dass es losgeht. Um zehn war alles wieder vorbei und wir wurden nach Hause geschickt. Aber um drei Uhr weckt sie mich plötzlich und heult, weil sie Schmerzen hat, also wieder hin. Ich konnte nicht viel machen und ehrlich gesagt, ich kam mir hilflos vor. Wir haben den ganzen Tag im Zimmer verbracht. Ich hab ihr den Rücken massiert und ihr Cola gebracht, aber mehr machen konnte ich nicht. Am nächsten Abend um sechs war Tattles dann endlich da. Ich rede hier nicht darüber, ob ich geheult habe, aber als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, was die Leute meinen, wenn sie über Liebe und den ganzen Scheiß reden.“

Ty sieht auf: „Sorry für die lange Antwort. Warum fragst du mich auch so intime Sachen, Babe? Ich will lieber übers Ficken reden.“

Typisch Ty. Ich verdrehe die Augen. Er rutscht mit seinem Stuhl näher, sieht mir direkt in die Augen und legt mir seine Hand auf den Oberschenkel.

Ty: „Wird dir heiß?“

K lacht. „Das ist wie Telefonsex heute.“

Seine plötzliche Nähe bringt mich etwas aus dem Konzept. Aber ich gebe mich taff: „Da braucht es schon etwas mehr, Schatz.“ Ich lehne mich zu Ty nach vorn und sofort schlägt mir sein Geruch nach Zigarettenqualm ins Gesicht. „Intim ist ein gutes Stichwort.“

Ty zieht langsam seine Hand zurück und steckt sich eine Zigarette an, zieht daran und bläst mir den Rauch ins Gesicht. „Schieß los. Intim ist immer gut. Besonders, wenn du rasiert bist.“

Ich verziehe das Gesicht und unterdrücke ein Husten. Ich hasse Passivrauchen. Wenigstens bringt mich das wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und damit zum Interview. „Also: Was ich mich schon immer gefragt habe: Ist es nicht ein komisches Gefühl, dass ihr so viele Leser und Fans habt, die all eure intimsten Geheimnisse kennen?“

K: „Es ist schon komisch, wenn auf einmal Leute besser über deine Geheimnisse und Gedanken Bescheid wissen, als du selbst. Aber die Leser wissen auch nur das, was im Buch steht. Diejenige, die ALLES, wirklich ALLES weiß, ist Penny. Und die hält die Klappe.“

Ty: „Dafür sorge ich schon.“ Er zwinkert. „K hat recht. Klar, wisst ihr einiges, aber es gibt noch viel, viel mehr und ich muss schon jetzt lachen, wenn ich mir eure Gesichter vorstelle, wenn sie mal alles ausplaudert.“

K: „Es werden immer Geheimnisse bleiben. Das mag ich. Sie gibt immer nur so viel preis, wie es im Moment wichtig ist.“

Ich: „Deshalb quetschen wir sie ja immer fleißig aus. Manchmal erfolgreich und sie verrät uns wieder was. Wer weiß, vielleicht erscheint bald ein fünfter Band: ‚Die intimsten Geheimnisse der Unfolding-Clique, was die Fans schon immer wissen wollten‘. Wird sicher ein Bestseller.“ Ich grinse.

K: „Ich kann nur sagen, dass sie an was dran ist, was euch die Titten schlackern lassen wird.“

Ty lacht: „Scheiße, damit habe ich auch nicht gerechnet. Aber bis ihr davon erfahrt, dauert es noch.“

Ich: „Klingt spannend! Wie lange müssen wir uns denn gedulden? Im Namen der Fanbase kann ich sagen: Wir wollen ALLES und am besten SOFORT!“

K: „Ich würde sagen, bis 2019.“

Ty kommt wieder näher, seine Hand gleitet langsam über mein Bein, immer weiter nach oben. „Aber wenn du brav bist und mich bittest, verrate ich dir vielleicht mehr.“

Sein dunkler Blick liegt auf mir. Ich halte den Atem an, mein Herz legt ein paar Takte zu. Toll. Seine Hand ist jetzt DEFINITIV ein Stück zu hoch gerutscht … Die professionelle Fassade, Kristina! Wo ist sie, wenn du sie mal brauchst??? Ich erwidere Tys Blick und schaue ihm direkt in die Augen. Ein Fehler, denn der Abgrund darin bringt mich fast aus der Fassung. „Ich steh nicht so auf betteln, Ty.“

Er beugt sich noch näher zu mir, sein Atem streift meinen Hals, seine Lippen berühren meine Haut und seine Hand wandert einen Zentimeter höher. „Wirklich nicht? Es lohnt sich, weißt du?“

Überwältigt von dem unerwarteten Gefühl seiner Lippen auf meiner Haut, erlaube ich mir eine Sekunde der Schwäche. Genieße kurz, nur ganz kurz seine Berührungen, schließe die Augen und …

K: „Schluss mit dem Trockenficken. Wie lautet die nächste Frage? Ich will pünktlich zum Kampf sein.“

Ähm. Was tue ich hier eigentlich? Ich öffne die Augen, vermeide aber den Blick in Tys und breche den Bann, indem ich seine Hand dezent beiseite schiebe. Ty grinst süffisant und lässt sich auf seinen Stuhl zurück fallen, drückt die heruntergebrannte Kippe auf dem Tisch aus. So ein bisschen heiß ist mir jetzt schon (oder auch ein bisschen mehr als das), aber zurück zum Interview. Ich wende mich an K. Ungefährliches Terrain und eine willkommene Ablenkung.

„Ihr schließt ja gerne mal Wetten ab und messt euch in verschiedenen Disziplinen, z. B. in Untergrundkämpfen und Autorennen. Eine Leserin hat gefragt: Was würdest du nie tun? Nicht mal als Mutprobe? Und sag jetzt nicht, die gesamte Harry Potter-Reihe schauen, da musstest du, glaub ich, schon durch…“ Ich grinse.

K: „Schwierig. Ich musste schon Viagra schlucken, eine 60-Jährige küssen und stimmt, die pubertierende Brillenschlange habe ich auch mehr oder weniger überlebt. Bei irgendwas mit Fäkalien wäre ich raus. Aber so weit geht selbst Elisha nicht.“

„Bäh. Kann ich verstehen. Irgendwo muss eine Grenze sein, selbst bei euch.“ Ich schaue Ty an. „Und bei dir? Ich weiß du stehst auf viel krankes Zeug, aber was würdest selbst du nicht tun?“

Ty steht auf, stellt sich vor mich und öffnet seine Gürtelschnalle. K lacht als er seinen Reißverschluss öffnet und die Jeans von seinen Hüften schiebt. Er nimmt meine Hand und legt sie auf seine Shorts. Genau dahin, wo er sie sichtbar ausbeult. „Ich habe keine Grenzen, wollen wir deine austesten?“

Ich spiele das Spiel mit und gebe mich mutiger, als ich mich fühle. Streiche einmal die gesamte Länge nach oben und unten. „Gern, eine Leserin wollte sowieso wissen, wie groß dein …“ K erhebt sich und will einschreiten.

Ty: „K kann dich auch nicht retten. Du kannst aber gerne nachsehen, wie groß er ist.“ Er nimmt meine Hand und schiebt sie in seine Shorts. Mein Gesicht und der komplette Rest von mir steht in Flammen. „Er fühlt sich groß an oder?“

K: „Ernsthaft, setz dich Ty. Ich will nicht zu spät kommen.“

Ty: „Ich komme gleich schon.“

K boxt ihm gegen die Schulter, Ty zieht die Hose wieder hoch und ich meine Hand zurück.

K: „Also, nächste Frage.“

Ich muss immer noch mit meiner Fassung kämpfen. Wo ist sie? In einem Cocktail aus Adrenalin und Östrogenen ersoffen. Super. Ich wusste ja vorher, worauf ich mich bei einem Interview mit Mr. Kinley einlasse und wollte es dennoch machen. Das habe ich jetzt davon. Ich versuche mich wieder auf das Interview zu konzentrieren, auch wenn es schwer fällt …  „Sorry Ty, K ist eine echte Spaßbremse.“

Ty: „Typischer Fall von Cockblocker. Und das an Ostern.“

K sieht auf sein Handy. „Der Kampf beginnt in 20 Minuten.“

„Und jetzt macht er auch noch Druck. Also Jungs: Wenn euer Leben einmal verfilmt werden sollte, wer dürfte euch spielen?“

Ty: „Er hat wahrscheinlich Druck.“ Er sieht zu K. „Hat sie dich letzte Nacht nicht rangelassen, oder ist es immer noch wegen der einen Sache?“

K schenkt ihm keine Beachtung. „Stephen James sieht aus wie ich, also der.“

Ty: „Der Russe ist mir manchmal zu tuckig und er ist kleiner und zierlicher als ich, aber wenn er noch trainiert, dann passt die Eichel zu mir.“

K lacht. „Du meinst Acorn?“

Ty: „Klar.“

K: „Süße, die Frage war zu vorhersehbar. Drehen wir den Spieß mal um. Von Penny weiß ich, dass du auf verdorbene Sachen stehst. Der kranke Scheiß turnt dich an. Also was hältst du von Analsex?“

Ty lacht und lehnt sich näher zu mir. „Gute Frage, also Süße?“

Also wirklich! Wie soll man denn auf DER Basis ein Interview weiterführen? Die Jungs machen es mir echt nicht leicht. „Netter Versuch, die Interviewerin zu interviewen.“ Ich lehne mich ebenfalls nach vorne, schaue Ty und K an. „Solange noch kein Buch über mein Leben erschienen ist, muss ich das zum Glück nicht beantworten.“ Ich lächle, lehne mich wieder zurück und verschränke die Arme vor der Brust. „Ich werde jetzt einfach weiter so tun, als wäre das hier ein ’normales‘ Interview – wie normal das mit euch eben sein kann – um das Niveau überhaupt nochmal aus dem Keller zu bekommen. Also: Wie geht es jetzt mit euch weiter? Was habt ihr für Zukunftspläne?“ Ich schaue auf mein Handy. „Hier steht als nächstes eigentlich eine andere Frage, aber die ist gerade nicht förderlich …“

Ty sieht zu K, zwinkert ihm zu. „Sie steht drauf. Wahrscheinlich schreit sie am lautesten, wenn du ihr dabei noch auf den Arsch haust.“

K atmet laut aus. „Farren und ich werden im Sommer heiraten, also plane ich erstmal nur bis dahin.“

Ty: „Blake und ich freuen uns auf den neuen Terrorzwerg. Ansonsten viel Spaß haben, Boxen und nicht zu vergessen, unsere Reise nach-„

K: „Halt die Schnauze.“

Ty: „Sorry, ich vergesse es immer. Stell ruhig die andere Frage, ich bin ganz Ohr.“

K: „Besser nicht. Wenn du mit Ständer durch die Menge läufst, brichst du ihn dir noch.“

Ich muss über Ks Kommentar lachen. „Der Zug ist sowieso schon abgefahren.“ Aber interessant. Eine Reise also … Ty, du Plappermaul! Ich behalte das im Hinterkopf, mal sehen, wann wir mehr dazu erfahren. Ich wende mich an Ty: „Wir ziehen hier jetzt noch die letzten zwei, drei Fragen durch und danach flüsterst du mir die Antwort auf die Frage einfach ins Ohr. Darauf, was deine schmutzigste Fantasie ist.“ Ich zwinkere ihm zu.

K: „Was sind die letzten Fragen?“

Ty: „Süße, wenn du die Antwort veröffentlichst, würde ich verhaftet. Also keine Chance.“

„Schade. Dabei weißt du ja zumindest schon wie’s im Knast läuft, du wärst also vorbereitet.“

K: „Weißt du schon über die Sache mit Eddie Bescheid?“

Ty: „Halt die Klappe, das sollte geheim bleiben.“

K: „Stell dich nicht so an. War doch nur das eine Mal.“

Ich wende mich an K: „Eddie? Aus Band 4? Was war mit ihm und Ty?“ Er hat jetzt meine volle Aufmerksamkeit. „Ich will alle schmutzigen Details.“

Ty: „Schnauze, scheiß Thema, Baby.“

K beugt sich vertraulich zu mir, damit Ty nicht alles hört. „Ty und Eddie. Da lief ein bisschen Homo-Action. Niemand weiß es bisher, aber Ty ist bi.“

Ty: „Was redet ihr da?“

K: „Im Sommer wird es eine Kurzgeschichte über Tys Homo-Abenteuer geben. Penny traut sich immer was Neues. Aber sag Ty nichts davon, er weiß es noch nicht.“

Ty: „Schluss mit dem Tuscheln, K.“

K: „Ich habe ihr davon abgeraten. Ich glaube, das kommt nicht gut. Aber sie hört nicht. Erscheint ungefähr im Juni.“

Oh Gott, das trifft mich unerwartet! „Im Ernst? Du verarschst mich doch! Aber falls nicht: Ich will MEHR hören! Wir wissen ja, dass du keine Grenzen hast, Ty, aber DAMIT hätte ich nicht gerechnet. Klingt heiß.“

Ty: „Womit verarschst du sie?“

K: „Mit nichts. Bist du sicher, dass du das lesen willst, Kristina?“

Ty: „Was lesen?“

K: „Die Kurzgeschichte im Sommer.“

Ty: „Über Eddie?“

K lacht. „Zurück zu deinen Fragen, Süße.“

Ich stimme in Ks Lachen ein. Der ahnungslose Ty ist zu göttlich! „Also ich würds lesen. Eddie ist süß und ich bin bei meinem Buchstoff ziemlich aufgeschlossen.“ Ich zwinkere Ty zu. „Aber zurück zum Thema. Da ihr ja mittlerweile zum alten Eisen gehört, könnt ihr uns schon etwas zu den Neuen verraten?“ *

Ty: „Euer Lachen gefällt mir nicht.“

K: „Ich bin auch nie scharf drauf, deine Eier zu sehen, wenn ich bei dir klingel.“

Ty: „Wer läuft denn sonntags nackt im Garten rum?“

K: „Zu deiner Frage: Ich geb’s nicht gerne zu, aber die Neuen sind eine Nummer für sich. Wer sich bei uns schon über Brutalität und den ganzen Scheiß aufgeregt hat, der hat mit denen keinen Spaß.“

Ty: „Ich kenne die S-„

K: „Typen, Bruder. Nennen wir sie einfach Typen.“

Ty: „Okay. Ich kenne die Typen. Den einen etwas besser und K hat recht. Die neuen Geschichten werden nicht dieses leichte Miami-Flair und unseren Humor haben. S-„

K: „Susi Sonnenschein.“

Ty: „Klar. Susi Sonnenschein.“ Er lacht. „Er killt mich, wenn er erfährt, wie wir ihn nennen. Jedenfalls, es könnte blutig, brutal und atmosphärisch werden.“

K: „Penny schreibt keine Triggerwarnungen in ihre Bücher, aber denkt sie euch hier einfach. Manches ist sehr bildlich. Aber es wird spannend und heiß.“

Ty: „Und es wird einen besonderen Ort geben, der eine große Rolle spielt. Ich liebe es dort.“

K: „Da fühlt man sich, als käme man nach Hause.“

Oha. „Das klingt gut. Und genau nach meinem Geschmack. Ich bin sowieso allergisch gegen weichgespülten Mist. Wann werden wir mehr erfahren? Namen, Orte, Hintergründe, Songs, irgendwas? Hat Penny sich dazu schon geäußert? Und werden wir euch vielleicht irgendwo wiedersehen?“

Ty: „Mich kann man nicht übersehen.“

K: „Träum weiter, Kumpel. Natürlich wissen wir schon mehr. Penny will – glaube ich – im Mai erste Infos verraten.“

Ty: „Und wer aufgepasst hat, dem ist vielleicht in Elishas Geschichte was aufgefallen.“

K lacht. „Das hat niemand gemerkt, sonst hätten sie was gesagt.“

Ty: „Stimmt. Aber Chappy verrät nicht gerne vorher zu viel. Keine Ahnung, ob sie Angst vor Ideenklau hat oder ob sie einfach nur verklemmt ist.“

K: „Mit Sicherheit verklemmt.“ Er lacht. „Nein ernsthaft. Das macht es spannender und außerdem stimmt’s. Alles wird nachgemacht, oder warum gibt es tausende Millionärsromane?“

Ty: „Ich muss kotzen.“

K: „Ich auch. Trouble hat den Scheiß letztens gelesen. Dann noch zwei solche Bücher. Danach hat sie gesagt, dass alles gleich ist.“

Ty: „Gut, dass wir nie lesen.“

K: „Und außerdem weiß Penny selbst immer nur die Hälfte.“

Ty lacht. „Die weiß noch nicht mal, wann ein Feiertag ist oder ihren Bankpin.“

„Zu den Millionärsromanen: Ich kotze mit. ** Das ist kein Trend für mich. Männer müssen andere Qualitäten haben als Kohle. Welche Frau ist bitte so oberflächlich?“ Ich schüttle den Kopf. „Und zu Eshs Geschichte: Jetzt, wo ihrs sagt, da ist mir schon was aufgefallen. Immerhin ist da jemand verreist, dessen Geschichte noch nicht zuende erzählt ist …“

K: „Ich glaube, du bist auf dem falschen Weg, Süße.“

Ty: „Absolut. Da müsst ihr wohl zwischen den Zeilen lesen. Und zu den Qualitäten … ja. Kohle ist nett, aber was bringt dir Geld, wenn du nicht mit deinem Schwaz umgehen kannst?“

K: „Kannst du mal aufhören? Nachher klingt es so, als schreibt Penny Bumsbücher.“

Ty: lacht. „Bumsbücher? Was zur Hölle?“

K: „Hab ich von Trouble. Anspruchslose Fickerei. Unsere Geschichten sind wohl einiges mehr.“

Ty: „Scheiße und ob.“

„Stimmt. Eure Geschichten sind viel viel mehr. Auch wenn unser Interview eher was Anderes vermuten lässt. Wahrscheinlich muss ich das hinterher alles zensieren.“

Ty: „Hättest du Harlan dazu genommen, wäre es ganz anders gelaufen. Das ist das Gute. Wir sind alle so unterschiedlich, da ist für jeden was dabei.“

„Du meinst ‚grottenszenenmäßiger‘?“ Tys Blick verfinstert sich. Bei dem Thema versteht er keinen Spaß. Ich hebe entschuldigend die Hände und komme zur letzten Frage: „Damit sind wir leider schon beim Ende angelangt. Habt ihr noch ein paar Abschiedsworte für die Leser? Falls ihr irgendwas schon immer mal loswerden wolltet, nur zu.“

Ty: „Du kannst auch meinen Arsch in die Hände nehmen.“

K: „Lass es. So schwanzgesteuert kann man gar nicht sein.“ Er beugt sich vertraulich zu mir. „Er macht das nur, damit niemand sein wahres Ich sieht. Ty lässt sich nicht gern in die Seele blicken.“

Ty: „Ich würde sagen, haltet die Augen offen. Wir sind nie ganz weg.“

K: „Vielleicht hat Penny noch eine Überraschung für euch. Mal sehen. Mir ist wichtig, dass ihr die Neuen unvoreingenommen aufnehmt. Vergleicht sie nicht mit uns, wir sind einzigartig. Lasst euch drauf ein, erwartet nichts und dann habt Spaß.“

Ty: „Es wird ein Höllenritt.“

K: „Noch Fragen oder sind wir durch?“

„Eure Worte lasse ich mal so stehen. Ich freue mich schon tierisch auf die Neuen, aber ihr werdet immer meine Nummer 1 und 2 bleiben.“ Ich lächle sie an. „K, kein Stress. Aber stimmt. Ihr wolltet ja noch zum Kampf.“ Ich erhebe mich.

K: „Das hört man gern.“

Ty: „Ich hab kein Problem damit.“

K: „Achso und April, April! Im Sommer gibt’s was, aber bestimmt keine Homostorys von Ty.“

Ty: „Bist du bescheuert? So einen Scheiß hast du ihr erzählt?“

K lacht. „Wenn du läufst, wackelt dein Arsch immer so.“

Ty: „Halt’s Maul.“ Er steht auf, packt Ks Kragen und zieht ihn auf die Füße. „Wir klären das jetzt im Ring.“

K: „Danke für das Interview, Süße. War lustig, mach was draus.“

Ich gebe K die Hand und schenke ihm ein Lächeln. „Schade eigentlich wegen der Ty-Storys. Danke für eure Zeit und die ganzen … intimen Einblicke.“ Ty lässt K los, als ich mich an ihn wende. Jetzt oder nie! Ich beuge mich ganz dicht nach vorn, inhaliere seinen Geruch – ein herbes, männliches Deo – und lasse meine Lippen an seiner Wange bis zu seinem Ohr entlang gleiten. Knabbere an seinem Ohrläppchen, flüstere: „Jetzt verrate ich dir was zu MEINER schmutzigsten Fantasie. Du kommst auch drin vor. Außerdem Blake und ein paar Handschellen.“ Ich fahre mit der Zunge die Konturen seiner Ohrmuschel nach, warte auf seine Reaktion.

Ty hält inne, regungslos lässt er sich die Berührung gefallen. „Bei Blake sind wir uns einig.“ Seine Stimme klingt kratzig. „Wer kann es dir übel nehmen.“

„Dann kann ich also nachher noch mit zu euch kommen?“

Ty legt seinen Arm um meine Hüfte, dreht mich um und schiebt mich in Richtung Tür. „Vergessen wir den Kampf, wälzen wir uns lieber gleich mit Blake im Dreck.“

K verdreht die Augen. „Ihr habt sie doch nicht alle.“

Ty zuckt mit den Schultern. „Ich hab jetzt sogar zwei. Viel Spaß, Bruder.“

Ich lehne mich mit dem Rücken gegen Tys Brust, spüre seine Präsenz in jeder Faser meines Körpers. Es fühlt sich gut an, verboten gut. Dann grinse ich K an. „Du darfst auch gern mitkommen. Und bring Farren mit.“

K verzieht den Mund und winkt ab. Seine Geduld ist am Ende.

Jetzt ist der Moment gekommen. Ich mache mich sanft von Ty los und gehe zur halb verwitterten Tafel. Meine Beine fühlen sich etwas wackelig an. Ich habe Glück. Ein altes Stück Kreide liegt noch auf der Ablage. Wäre auch zu peinlich geworden, wenn ich jetzt erstmal nach einem hätte suchen müssen. Ich schreibe in großen, etwas krakeligen Lettern: APRIL APRIL.

Ty ruft: „Du mich auch, Süße.“

K lacht und zieht seinen fluchenden Freund zur Tür hinaus.

Jetzt kann ich mir einen Moment der Schwäche erlauben – als hätte ich heute nicht schon genug davon gehabt. Ich lehne mich an die Tafel, schließe die Augen und atme tief durch. Mein Puls rast und mein Körper steht unter Strom. Nach einer Weile habe ich mich beruhigt, gehe mit immer noch wackeligen Beinen zum Tisch hinüber und schalte das Diktiergerät aus.

Puh. Ty ist echt eine Nummer für sich und um ein Haar hätte ich meinen journalistischen Auftrag vergessen und mich von der Situation mitreißen lassen. Das erste, was ich brauche, wenn ich zuhause bin, ist definitiv eine kalte Dusche!


* Über die „Neuen“ darf ich leider noch nichts verraten, nur, dass eine brandneue Reihe mit brandneuen Charakteren erscheint, Band 1 voraussichtlich im September, weitere Bände ca. halbjährlich

** Die Meinung der Charaktere spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Autorin wider. Wir hoffen, ihr seid uns nicht böse. Lest worauf ihr Bock habt, Millionäre, Milliardäre, arme Schlucker, whatever! ;)

Zum Stöbern

(mit Klick auf die Cover gelangt ihr zu meinen Rezensionen)

 

Interview mit Kieran („Pretend“) und Penny L. Chapman auf Beccas Leselichtung

Interview mit Tyler („Abandoned“) und Penny L. Chapman auf Beccas Leselichtung

Interview mit Harlan („Crashed“) und Penny L. Chapman auf Beccas Leselichtung

Die Sache mit der Verführung auf Meine tägliche Dosis

Interview mit der Unfolding-Clique auf Beccas Bücherwelt (facebook)

Fotos zur Illustration des Beitrags: Pixabay

Vorheriger Post Nächster Post

Das könnte dir auch gefallen

6 Kommentare

  • Antwort Ella W. 17. April 2018 at 13:08

    Hey Kristina,

    okay, was für ein mega cooles, witziges und erfrischend prickelndes Interview. Echt super! Ich selbst habe die Unfolding-Reihe noch nicht gelesen, kenne sie aber und weiß, das sehr viele sie wirklich gut finden. Nach diesem Text bin ich auch echt neugierig geworden, so viel steht fest. ^^ Hihi, ich muss irgendwie immer noch lachen.

    Viele Grüße
    Ella <3

    • Antwort Kristina 17. April 2018 at 14:10

      Wuhuuuuuu Ella, du Liebe, danke für deinen Kommi! *_*

      Ich freu mich TIERISCH, dass dir das „Sexerview“ gefällt! *hehe* Dass du lachen musstest, find ich besonders toll, die Jungs haben mich auch ganz schön fertig gemacht, in vielerlei Hinsicht… Ich mag auch so besondere und ungewöhnliche Aktionen und Interviews, deshalb hatte ich hier meinen diebischen Spaß und hab gehofft, dass es auch so rüberkommt! <3

      Yihaaaaa, dann schau auf jeden Fall mal in Band 1 rein, wenn du Zeit hast, es lohnt sich, versprochen! Kieran hatte mich sofort an der Angel. Und Farren ist ein Heavy Metal-Fan UND Buchnerd, was will man mehr? ;) Es ist auch ein tolles Lob, dass du jetzt noch neugieriger auf die Bücher bist, dann hab ich ja anscheinend alles richtig gemacht… :D

      Viele liebe Grüße zurück und wir lesen uns! ;)

  • Antwort Lilly London 17. April 2018 at 14:10

    Ich finde das Interview echt genial <3 <3 – Gib zu es hätte nicht viel gefehlt und du wärst mitgegangen.

    • Antwort Kristina 17. April 2018 at 14:49

      Danke danke, ich freu mich, dass es dir gefällt! <3 Ähem. Du weißt ja nicht, was hinterher wirklich noch passiert ist – vielleicht war das nur die zensierte Version für die Öffentlichkeit… *muhaha* ;)

  • Antwort Sabrina Kel 17. April 2018 at 20:02

    Kristina du versautes Stück….. Mir ist jetzt irgendwie heiß, woran das wohl liegt ;-) Geiles Interview (in zweierlei Hinsicht) 1++++++ auch super gemacht mit den Bildern, gibt einem das Gefühl von Realität.
    Nächstes Mal komme ich mit, dann flüstern wir gemeinsam…

    • Antwort Kristina 17. April 2018 at 20:39

      Oh Gott, du machst mich fertig! *best Kommi ever* xD xD xD xD xD

      Du bist mir sympathisch, nächstes Mal machen wir nen flotten Vierer draus… ;) :P

      Und ich freu mich, dass du die Fotos magst! Finde die auch sehr passend. Da wird einem gleich kalt, damit einem beim Interview wieder heiß wird. Oder so. :D

      Hach, danke nochmal für deine Worte, ich musste so lachen! Und freu mich über dein Lob. <3

    Was sagst du dazu?