sarahs geliebter phoenix
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{Rezension} Sarahs geliebter Phönix von Melanie Limbertz

Der Dämon Phönix landete als kleiner Junge durch einen Unfall in der Menschenwelt, was ihm ein Leben bescherte, dass viele Schrecken für ihn bereitgehalten hat. Sein sehnlichster Wunsch ist daher noch immer, nach Hause zurückzukehren. Als er in einem Café Sarah belauscht, die ihrer Freundin von einem seltsamen antiken Kelch erzählt, den sie von ihren Kunst liebenden Eltern geschickt bekommen hat, ist ihm sofort klar, dass dieser magische Gegenstand sein Reiseticket sein könnte. Nun setzt er alles daran, Sarahs Vertrauen zu gewinnen, um an den Kelch zu kommen. Dass er ihr dabei selbst so nahe kommen würde, hat er aber nicht eingeplant. Und auch nicht, dass er nicht der Einzige ist, der Interesse an dem Kelch hat.

„Sarahs geliebter Phönix“ ist der zweite Teil der „Chroniken der Gefallenen“ von Melanie Limbertz. Im März hatte ich schon den ersten Teil „Cayms Pakt der Liebe“ gelesen und so habe ich mich gefreut, als sich die liebe Melanie wieder bei mir meldete. Vorab übrigens: Es ist nicht nötig, dass man Teil 1 gelesen hat, um dieses Buch zu verstehen. Beide können auch allein für sich stehen.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich ein wenig holprig und er hatte seine Längen, vollgepackt mit Informationen, die für den Moment einfach nicht wichtig waren. Im Prolog muss nicht die Welt erklärt werden, finde ich, er muss catchy und spannend sein und die Leser so tief wie möglich in die Geschichte ziehen.

Zum Glück wird das in den folgenden Kapiteln besser. Man lernt Sarah kennen, wie sie lebt und wie sie denkt. Sie ist eine selbstständige junge Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Es gibt aber auch Momente, in denen sie unsicher ist. Sie arbeitet in einem Tierheim, hat damit also ein sich kümmerndes Wesen. Aber sie ist keine graue Maus oder Schlaftablette, wie ich erst vermutet hatte. Sie weiß mit ihren Reizen umzugehen und staffiert sich in ihrer Freizeit als Gothicmädchen aus. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet, aber ich fand das gut, denn es gibt ihr eine gewisse Ambivalenz. Ich mochte Sarah vom ersten Moment an sehr gern.

Ebenso wie Phönix. Der Arme hat in seinem Leben als Mensch schon einiges mitgemacht, von dem man nach und nach mehr erfährt. Das Grausamste kam natürlich zum Schluss. Ich werde hier selbstverständlich nicht spoilern, nur so viel: Ich war echt schockiert. Kein Wunder, dass er ist, wie er ist: sehr menschenfeindlich und misstrauisch, einzelgängerisch und einsam. Als er Sarah trifft, ist er irgendwann bereit, sich zu bemühen, mit der Welt um sich herum besser klarzukommen. Wie schwer das für ihn ist, beschreibt die Autorin wirklich gut. Denn es ist vielleicht möglich, sein Inneres etwas zu verändern, aber mit seinem Körper, der seit seinem Unfall über und über von Narben bedeckt ist, muss er für immer leben. Immer wieder wird gesagt, wie nebensächlich diese Male eigentlich seien, und trotzdem werden sie immer wieder beschrieben. Für mich war das kein Widerspruch. Einem Menschen, der derart gezeichnet ist, dem kann man tausendmal sagen, dass das nichts bedeutet. Die Menschen um ihn herum werden starren und werden ihn das nicht vergessen lassen. Alles in allem: Ich fand das toll, seine Entwicklung zu sehen.

Die Autorin hat es geschafft, mich sehr schnell für ihre Protagonisten zu begeistern, sodass ich beim Lesen über so einige Mängel an der Geschichte hinweggehen konnte und immer noch kann. Das Buch ist einfach keine anspruchsvolle Lektüre, muss es auch gar nicht sein. Das war Teil 1 ja auch nicht. Es ist so ein Seele-baumel-Buch, ein kleiner Schmöker, mit dem man ein paar schöne Stunden verbringen kann. Wer eine komplexe Story erwartet, ist hier definitiv falsch. Eigentlich geht es nur um die Frage, wann die beiden sich kriegen und was passiert, sollte Phönix es schaffen, wieder in seine Welt zu gehen. Das fand ich nicht schlimm, aber im Vergleich zum ersten Teil hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte noch einfacher gestrickt ist. Das war eher, was schade war. An der Stelle hatte ich mir mehr erhofft.

Fazit

„Sarahs geliebter Phönix“ konnte meine Erwartungen zwar nicht ganz erfüllen – dafür fehlt der Geschichte die Komplexität, aber dafür konnte sie mir wieder wirklich schöne, spannende und schmachtende Lesestunden bescheren. Wer nach einer dieser romantischen Lektüren sucht, mit der man sich einfach nach einem langen Arbeitstag seufzend berieseln lassen kann, ist hier richtig. Für den gibt’s eine Leseempfehlung für diese Geschichte. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände und hoffe, dass es vielleicht mal ein klitzekleines bisschen anspruchsvoller wird.

Bewertung

E-Book I ca. 440 Seiten I CreateSpace I 978-1515117353 I 4,99 Euro

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