Lese-Logbuch von Kristina

{Lese-Logbuch} Kristinas August 2015

Ich dachte mir vor kurzem, dass meine Blogbeiträge ein wenig mehr Vielfalt vertragen könnten und probiere mich jetzt mal am Lese-Logbuch meiner Blogmama. Ich finde es nämlich auch bei anderen immer spannend zu sehen, welche Bücher sie zuletzt verschlungen oder enttäuscht beiseitegelegt haben. Und das alles auf einen Blick, ohne für jedes Buch eine eigene Rezi zu schreiben. :)

Nachdem mich im Juni/Juli, wie irgendwie auch viele andere Blogger, (ist das etwa ansteckend?) eine kleine Leseflaute erwischt hatte, geht es jetzt so langsam wieder bergauf. Hurra! Ich freue mich schon, wie so viele andere Bücherratten auf den Herbst und viele gemütliche Abende auf der Couch, mit stimmungsvollen Kerzen, einer Tasse Tee und einem tollen Buch. Gemütlichkeit du bist willkommen! ^^ Und jetzt viel Spaß mit meinem ersten Lese-Logbuch und lasst mich wissen, wie ihr´s fandet!

Tod einer Andentaube CoverTod einer Andentaube von Sabrina Železný

Meine Leseflaute wollte ich mit einer tollen Autorin bekämpfen, deren Kurzgeschichten ich schon kenne und über alles liebe! Wer Sabrinas Storys kennt, weiß, dass sie einfach verteufelt gut schreiben kann. *schmacht* Da tauche ich auch gerne mal in ein ungewohntes Genre ein, das ich eigentlich nicht so mag. „Tod einer Andentaube“ ist nämlich eine historische (!) Novelle (71 Seiten lang), die im Peru des 13. Jahrhunderts spielt und mit einem spannenden Krimifall verknüpft ist. Die Tochter des Dorfoberhauptes wird ermordet aufgefunden, obwohl sie bald als Gabe für die Götter geopfert werden sollte. Die Einwohner des Dorfes verdächtigen einen Inka-Gesandten und ein mürrischer, eigenwilliger Priester wird beauftragt, Beweise für dessen Schuld aufzuspüren. Schon bald macht er sich auf die beschwerliche Suche nach der Wahrheit (immer begleitet von seinem Alpaka) und stößt dabei schnell auf zahlreiche Ungereimtheiten und viele Verdächtige … Klingt exotisch, ist es auch. :D Ich mochte die Geschichte sehr und trotz meiner Bedenken wegen des ungewohnten Genres konnte ich schnell in die Story eintauchen, was an dem grandiosen bildhaften Schreibstil liegt. Das Lama war putzig und das sich dramatisch zuspitzende Ende hielt noch eine überraschende Wendung parat. Fazit: Wundervoll atmosphärisch mit exotischem Charme. Mal etwas Anderes, das sich spannend und super flüssig liest (und keinesfalls trocken, wie so oft in dem Genre). Ich habe es verdammt gern gelesen! 5 Sterne

Antayawar von Sabrina ŽeleznýAntayawar Cover

Da es so gut lief mit Sabrina und mir, habe ich gleich zu einer weiteren Geschichte von ihr gegriffen. Es handelt sich wieder um eine Novelle und deshalb konnte ich sie so schön in einem Rutsch durchschmökern. ^^ Es geht um zwei Brüder, die im Hochland der Anden die Hacienda ihres Vaters wieder herrichten wollen. Sie waren aber seit ihrer Kindheit nicht mehr in dem Dorf und merken schon bei ihrer Ankunft die Ablehnung und Feindseligkeit der Dorfbewohner. Es tauchen einige böse Ohmen auf und eines Nachts machen sie Bekanntschaft mit gruseligen Erscheinungen, die sie sich nicht erklären können. Liegt die Antwort womöglich in der alten Kupfermine, die zu der Hacienda gehört? Doch warum erinnert sich keiner der beiden an die Mine? Und warum glaubt die junge Mayra, dass ihnen Gefahr droht? Das war eine waschechte und verdammt spannende Mystery-Geschichte inklusive Geistern und Co. :) Der Einstieg fiel mir wieder super leicht, weil ich ihren Schreibstil einfach verehre. <3 Er zog mich tief in die Geschichte und ließ mich nicht mehr los. Ich war ganz nah dran an den Protagonisten. Quasi mittendrin, statt nur dabei. :D Es wird alles kapitelweise abwechselnd aus der Sicht der zwei Brüder erzählt, von denen ich einen sehr mochte und den anderen mehr und mehr ablehnte, weil er einfach einen miesen Charakter hat: arrogant, engstirnig, unfreundlich, voller Vorurteile und immer negativ. Das war aber auch von der Autorin beabsichtigt und hat die Story umso konfliktreicher gemacht. Ich war viel zu schnell durch und am Ende traurig, dass die Geschichte schon vorbei war. :( Ich hätte gerne mehr davon gehabt. Trotzdem: Was für eine geniale Geschichte in einem absolut traumhaften Stil (schaut doch in die Leseprobe, wenn ihr mir nicht glaubt ;)), der mich ganz tief mitgenommen hat in die exotische Sagenwelt der Anden. Ein Geheimtipp! 5 Sterne

Fantasy Noir CoverFantasy Noir-Anthologie

Ich war richtig im Kurzgeschichten-Fieber, weil die Taktik gegen meine Leseflaute ja perfekt funktioniert hat. Deshalb schnappte ich mir als nächstes die Anthologie „Fantasy Noir“ aus dem Art Skript Phantastik Verlag. Im Großen und Ganzen gefielen mir die Kurzgeschichten um abgewrackte Ermittler, düstere Schauplätze, magische Wesen und mysteriöse Mordfälle und ich konnte einige Highlights entdecken! Leider vermittelten aber viele Geschichten kaum bis gar keine Noir-Atmosphäre und meine Erwartungen in Bezug auf mehr Düsternis (Mord und Totschlag, Blut und Gewalt und so – ihr wisst schon ^^), psychologischen Tiefgang und moralische Fragestellungen wurden nicht ganz erfüllt. Meine „Mammutrezension“ mit meiner Meinung zu den einzelnen Geschichten findet ihr hier: KLICK. 3,5 Sterne

Ada. Im Anfang war die Finsternis von Angela MohrAda Cover

Weiter ging´s mit meinem ersten Rezensionsexemplar überhaupt und meiner wohl heiß ersehntesten Neuerscheinung des Jahres! Ich bin ja ein Fan der Autorin, seit ich ihren tiefgründigen Jugendthriller „Vergiss nicht, dass du tot bist“ zum Thema Organspende gelesen habe. Ihr wahnsinnig ansprechender und fließender Schreibstil und die wichtige Botschaft des Buches blieben mir in Erinnerung (LINK Verborgene Schätze). Auch der Klappentext von „Ada“ hat mich sofort angesprochen und das Cover ist wirklich ein Traum, nicht wahr? :) Um nicht zu viel zu verraten: Es geht um Luca, der mit seiner Mutter vor seinem gewalttätigen Vater flieht und in einem mysteriösen Dorf auf ein Mädchen, Ada, trifft, das ganz anders ist als er, ganz anders erzogen wurde. Ada kämpft schon bald mit ihren eigenen „Dämonen“ und Moralvorstellungen und stellt langsam die Regeln und Rituale des Dorfes in Frage, bis sie schließlich einen Ausbruchsversuch wagt … Das war wirklich eine Wahnsinns-Geschichte, die mich so sehr angesprochen und hineingezogen hat, wie selten ein Buch zuvor! Der Schreibstil war atemberaubend und ich habe mit den Charakteren gelitten und gebangt. Das Thema des Buches regt zum Nachdenken an und wird sensibel und realitätsnah behandelt. Grandios. Außergewöhnlich. Besonders. Lesen! Einfach nur lesen! Egal, ob euch das Thema auf den ersten Blick anspricht oder nicht. Vertraut mir, ihr werdet es nicht bereuen! ;) Wenn ihr trotzdem noch ein bisschen Überzeugungsarbeit nötig habt, seht euch mal meine und In Flagrantis Rezi an: Meine KLICK. In Flagranti Books KLICK. 5 Sterne

Stille CoverStille-Anthologie

Zu guter Letzt bin ich (schon wieder) bei einer Anthologie gelandet, die zum Anlass der Storyolympiade 2013/2014 vom Verlag Torsten Low herausgegeben wurde und alle Siegergeschichten beinhaltet. Das Thema „Stille“ hat mich sofort angesprochen, da es sehr weit auslegbar ist und auf viele kreative und tiefgründige Geschichten hoffen lässt. Gänsehaut und Grusel inklusive. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es werden alle Subgenres der Phantastik abgedeckt: von Science Fiction über High Fantasy, Mystery, Horror, Humor und und und. Sehr abwechslungsreich, sehr unterhaltsam und fast alle Geschichten haben mir gefallen, was ja ziemlich selten ist bei solch einer Zusammenstellung. Bis auf zwei, drei Ausnahmen waren alle Schreibstile sehr ausgereift und haben mich auf spannende Reisen mitgenommen. (Wenn ich auch andere Geschichten als Sieger gekürt hätte, aber das ist ja Geschmackssache). :) Meine Favoriten sind: „Verbindungsabbruch“ von Daniel Schlegel, „Der Gesang der Engel“ von Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser, „Tage der Stille, Tage des Klangs“ von Arndt Waßmann, „Ihr Schweigen“ von Frank Tischmann, „Der Ruf der Stille“ von Dahlia von Dohlenburg, „Todesstille“ von Tina Stäbler, „Stillleben“ von Claudia Heyder und „Die Maschine“ von Markus Unger. Zusammengefasst: Intelligente, tiefgründige und teilweise wirklich böse Kurzgeschichten, die einen schaudern und nachdenklich werden lassen. Das Thema Stille wurde sehr kreativ umgesetzt mit einer großen Bandbreite an Motiven und Auslegungen. Eine klare Empfehlung! 5 Sterne

So, das war´s von mir und meinem ersten Lese-Logbuch. Und es hat Spaß gemacht! :) Ich plane für Oktober dann das nächste und bin gespannt auf eure Meinungen! Lasst mir doch einen Kommentar da und sagt mir: Was habt ihr zuletzt gelesen? Und wie fandet ihr´s? Kennt ihr vielleicht eins von meinen vorgestellten Büchern?

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4 Comments

  • Reply Nicole Wagner 24. September 2015 at 14:46

    Hallo Kristina,

    mich erwischst du auf jeden Fall mit deinem Lese-Logbuch. Ich mag Monatsrückblicke total gern, auch wenn ich von deinem kein einziges Buch kenne.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Reply Kristina 25. September 2015 at 17:52

      Hallo Nicole,

      ah super, ich freu mich über deine Rückmeldung! :) Dann weiß ich ja, dass es interessant für euch ist. ^^

      Ja stimmt, ich lese irgendwie viel “Exotisches”, abseits des Mainstreams, da ist es immer schwierig, Leute zu finden, die das auch kennen, hehe. :D

      Liebe Grüße zurück!

      Kristina

  • Reply Ascari 28. September 2015 at 11:53

    Hey :)

    Ich hatte am Anfang auch so meine Probleme mit den Leseflauten … In der Zwischenzeit akzeptiere ich sie einfach als etwas, was vorübergehend da ist und dann wieder verschwindet. Ich glaube, das gehört einfach zum (Lese)Leben dazu, dass man zwischendurch auch anderen Dingen seine Aufmerksamkeit schenkt und dann mit neuen Reserven wieder weiterliest :).

    Von deinen Büchern sagt mir ehrlich gestanden kein einziges etwas, aber das macht nichts – im Gegenteil. Ich finde es immer wieder schön, wenn sich Buchblogger auch mal abseits der “üblichen” Titel mit ihrem Lesegeschmack bewegen!

    Liebe Grüße
    Ascari

  • Reply Kristina 28. September 2015 at 19:25

    Hallo Ascari,

    das mit den Leseflauten hast du aber schön gesagt. <3 Das ist genau die richtige Einstellung, :) Mittlerweile gehe ich damit auch ein bisschen entspannter um (oder versuche es zumindest). Wenn der SUB nur nicht immer parallel dazu in die Höhe wachsen würde… *seufz*

    Hehe, ja ich dachte mir schon, dass das vielen Lesern so geht. :D Ich lese ja gern Titel abseits der Bestseller, weil ich mit den gehypten Büchern irgendwie selten was anfangen kann. Ich hoffe ja, dass wir auf diese Weise vielleicht ein paar Leser auf kleine, funkelnde Indie-Perlen aufmerksam machen können. ^^

    Danke nochmal für deinen lieben Kommi! :)

    Liebe Grüße zurück!

    Kristina

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