Rezension Dark Inside von Jeyn Roberts | Endzeitroman | Apokalypse | Weltuntergang | Thriller | The Walking Dead | Jugendbuch | Fantasy | Horror | Tintenmeer
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{Rezension} Dark Inside von Jeyn Roberts

1. Aries kämpft sich nach einem Erdbeben durch zerstörte Straßen.
2. Clementine überlebt als Einzige ein Blutbad in der Gemeindehalle.
3. Mason verliert all seine Freunde bei einem Bombenanschlag.
4. Michael entkommt nur knapp dem Amoklauf zweier Polizisten

Vier Jugendliche kämpfen in einer postapokalyptischen Welt um ihr Überleben.
Sie können niemandem trauen. Nicht einmal sich selbst. (Klappentext)

Rezension

Das Spiel ist aus

Die Welt versinkt im Chaos. Erdbeben verwüsten die Städte, Amokläufer jagen Schulen in die Luft, die Menschen fangen aus heiterem Himmel an, sich gegenseitig brutal zu töten. Den Beginn vom Ende erfahren wir durch die wechselnde Perspektive auf vier Protagonisten – (glücklicherweise) in personaler Erzählperspektive.

Hin und wieder schaltet sich eine weitere Perspektive ein, das „Nichts“. Dieses erzählt in Ich-Form, was hier sehr gut gewählt ist. Denn das „Nichts“ ist ein Mensch, der vom Bösen befallen ist, aber auch lichte Momente hat.

Das Böse, so wird in der Geschichte, aus Ermangelung eines treffenderen Begriffs, das Unbegreifliche genannt, das die Menschen zu Killern mutieren lässt. Zunächst scheint es, dass der Großteil der Menschheit sich in einen irrationalen Haufen von Ungeheuern verwandelt hat, die alles töten, was ihnen über den Weg läuft.

Im Verlauf der Handlung zeigt sich, dass dies nicht stimmt. Es ist sogar viel schlimmer. Das Warum ist jedoch ein eklatanter Schwachpunkt des Buchs, Erklärungen wird man vergeblich suchen.

I’m a surviver

Es geht ums Überleben. Die wenigen Menschen, die den Ungeheuern nicht sofort zum Opfer gefallen sind, verstecken sich, versuchen, in einer Welt ohne moderne Hilfsmittel (außer Autos) zurechtzukommen. Von Aries, Mason, Michael und Clementine erfährt man dies detailierter.

Sie sind von Anfang an schon unsere Augen auf diese Welt. Der Beginn war für mich auch das Interessanteste, denn die Autorin hat für alle vier ein eigenes Schreckensszenario entworfen, das nichts für schwache Nerven ist.

Besonders Clementine und Michael haben großes Nervenkitzel-Potenzial. Vielem steht man fassungslos gegenüber und muss dem undifferenzierten „Das Böse bestimmt die Handlung dieser Menschen!“ einfach zustimmen, denn keine andere Erklärung will ausreichen.

„Eine junge Erzieherin ein einem Kindergarten in Toronto verabreicht ihren Schützlingen eine tödliche Mischung aus Arsen und Früchtepunsch. Als sie für kurze Zeit wieder klar denken kann, und begreift, was sie getan hat, trinkt sie mit zwei Schlucken das, was übrig ist.
Das Spiel ist aus.“ (S.137)

Nachdem geklärt ist, was passiert, macht die Geschichte einen Sprung um drei Wochen. Auch jetzt interessiert es die Figuren leider kaum, wieso die Welt in dieses Hölleninferno gestürzt ist. Es geht nur darum, nicht getötet zu werden, Essen zu finden, sich zu verstecken oder von A nach B zu kommen.

Die Kritik, dass die Geschichte ein bisschen so ist wie „The Walking Dead“ ist absolut berechtigt. Es ist keine Frage spannend zu sehen, wie die Menschen versuchen, in der neuen Welt klarzukommen, wie sie den Angriffen entkommen, Gruppen bilden usw. Aber wo bleiben die Erklärungen? Wieso passiert das mit der Welt? Was ist eigentlich los? Antworten gibt es keine.

Die wechselnde Perspektive zwischen den vieren ist an sich eine gute Idee, denn da sich alle an verschiedenen Orten in der USA befinden, bekommt man ein umfassendes Bild. Leider konnte ich mich durch die häufigen Wechsel aber nicht mit den Figuren anfreunden. Ihre Charakterisierung bleibt recht blass. Eine ganz lange Zeit hatte ich sogar beim Kapitelwechsel immer wieder Schwierigkeiten, auf die Reihe zu bekommen, um wen es gerade geht, sprich: welches Ausgangsschicksal war das noch mal?

Fazit

Jeyn Roberts „Dark Inside“ ist interessant und spannend, keine Frage, aber es stellt sich schließlich eine gewisse Eintönigkeit ein. Episodenartig werden immer wieder die gleichen Situationen aneinandergereiht. Letzten Endes kann man sagen, dass es nur darum geht, dass sich jene vier Protagonisten treffen. Da dies erst sehr spät geschieht, entwickeln sich natürlich auch keine Beziehungen zueinander.

Es ist schwer, die Figuren einzuschätzen, da sie meistens damit beschäftigt sind, vor Ungeheuern zu flüchten. So richtig ans Herz wachsen sie einem dadurch leider nicht. Erklärungen gibt es keine und auch Ereignisse, die die Handlung voranbringen sind rar.

Obwohl das Buch nicht schlecht gewesen ist, gibt es – abgesehen von der Neugier, dass ich gerne noch Erklärungen hören würde -, leider nichts, was mich motiviert, zu Teil 2 zu greifen. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen.

Bewertung

dreieinhalb_sterne

Jeyn Roberts: Dark Inside | Taschenbuch | 400 Seiten I Loewe Verlag I978-3-7855-7396-9 I 14,95 Euro

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