Treibgut und Textschnipsel

Im Krieg steht der Teufel auf allen Seiten

Mit jedem einzelnen Gefangenen und mit jeder weiteren Geschichte geriet Karls Weltbild weiter aus den Fugen. Lange Zeit hatte er Hitler als Verkörperung des Teufels gesehen. Er hatte geglaubt, auf der falschen Seite zu kämpfen und insgeheim darauf gehofft, dass er irgendwann auf eine bessere Seite wechseln konnte. Allmählich begriff er jedoch, dass der Teufel nicht damit zufrieden war, nur auf einer Seite zu stehen. In einem Krieg tummelte sich das Böse auf jeder Seite, und selbst wenn alle Menschen den Krieg verlieren würden, der Teufel würde ihn in jedem Fall gewinnen.

– Daniela Ohms: Winterhonig, S. 327

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