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{Rezension} Show me the Stars von Kira Mohn

Nach fast vier Monaten völliger Leseblockade hat mich „Show me the Stars“ von Kira Mohn aus dem Tief gerissen und mir wieder gezeigt, warum ich das Lesen liebe. Ich hoffe, mit diesem ersten Satz spoilere ich meine Bewertung nicht zu sehr, sodass ihr die Rezension trotzdem noch lest. Aber ich musste meine Begeisterung einfach in Worte fassen. ;) Im Liebesroman-Genre / New Adult kann man das Rad nicht mehr neu erfinden, aber man kann Geschichten schreiben, die einem ans Herz gehen. Und Show me the Stars ist definitiv eine davon.

Übrigens: Wenn ihr wie ich die Redwood-Love-Bücher von Kelly Moran mochtet, dann schaut euch Show me the Stars auf alle Fälle an und lasst euch nicht von dem zugegeben etwas langen Einstieg verschrecken. ;)

Rezension

Liv ist Anfang 20 und hat bisher all ihre Energien in ihre Karriere als Journalistin gesteckt. Aber der große Erfolg bleibt aus. Als dann die Veröffentlichung eines wichtigen Interviews platzt, ist sie nicht nur ihre Hoffnung, sondern auch gleich ihren Job los. Aus Verzweiflung bewirbt sie sich als „Housesitterin“, wie sich herausstellt für einen Leuchtturm auf einer einsamen Insel vor Irland. Da ihr soziales Leben aber sowieso gleich null ist, nimmt sie die Herausforderung an. Sie kann ja nicht ahnen, dass sie auf der Insel den zwar schönsten, aber zugleich kaputtesten Mann der Welt treffen wird …

Als ich an diesem wunderschönen Buchtitel hängen blieb, hatte ich noch keine Ahnung, dass ich Show me the Stars innerhalb von 24 Stunden durchsuchten würde. Wie ihr wisst, kommt uns Tintenmeer-Mädels ohne Leseprobe kaum noch ein Buch ins Haus oder auf den Reader, darum musste auch dieses hier erst die Feuerprobe bestehen. Ich verrate hoffentlich nicht zu viel, wenn ich sage, dass es Kristinas kritisches Lese-Auge nicht ganz überzeugen konnte. Der Einstieg in die Geschichte, der noch in Hamburg spielt, war auch meiner Meinung nach etwas lang und könnte sicher manche Leserin abschrecken. Da ich hier aber das Buch einer Ink-Rebels-Autorin in der Hand hielt und die Story so vielversprechend klang, wollte ich dem Ganzen eine Chance geben. Und Leute, Gott sei Dank habe ich mich nicht beirren lassen! 

Zwar handelt es sich hier um eine Liebesgeschichte, besonders getragen wird sie aber von der Protagonistin Liv, aus deren Ich-Perspektive erzählt wird. Sie war für mich eine echte Sympathieträgerin – anders würde die Story natürlich nicht funktionieren. Ich mochte ihre liebenswerte Art einfach total gerne, ihre Unsicherheit, ihre Ängste, ihre Tollpatschigkeit, aber auch ihre besondere Stärke, die unter der Oberfläche immer wieder aufblitzt, ihr Einfühlungsvermögen, ihren Witz und ihre Talente. Ich habe ihr so sehr ein Happy End gewünscht, da fiebert man natürlich besonders mit. 

Weit unter mir umtost das Wasser spitze Felsnadeln, die Wellen schlagen mit ungestümer Wucht gegen Steinwände, und obwohl ich viele Meter weit über ihnen liege, benetzt die Gischt, die vom Wind mit hochgerissen wird, wie hauchzarter Nebel mein Gesicht. (S.164)

Show me the Stars Kira Mohn Cover

Ein großer Teil der Geschichte dreht sich um Livs Leben auf der kleinen Leuchtturminsel, auf der sie meist ganz allein ist. Ich hatte erst befürchtet, dass sich dadurch Längen ergeben könnten, aber das war gar nicht der Fall. Denn die Insel, das Meer, die Wellen usw. wurden von Kira Mohn so wundervoll beschrieben, dass ich jeden Satz förmlich aufsaugen wollte. Es war das perfekte Gegenstück zur Lovestory. In diesem Parts kann man Liv dabei zusehen, wie sie wieder zum Leben erwacht, wie sie sich mehr und mehr selbst wiederfindet. Sie ruft den Blog „Liv(e) aus dem Leuchtturm – Girl in a lighthouse“ ins Leben und bloggt über ihre Zeit auf der Insel. Dieser Part hätte für mich gern sogar noch ausführlicher sein dürfen. Ich fand das mindestens so großartig wie den Blognamen.

Nun zu unserem Love Interest Kjer, für den Liv sehr schnell Feuer und Flamme ist. Was für ein schöner Name übrigens. Wie erhofft, ist der Mann zwar durchaus sympathisch und very interessant, aber eben auch ganz schön kaputt. Hach, das sind doch die Besten, oder Mädels? :) Und Kira Mohn hat ihr Bestes getan, ihn möglichst viele arschige Sachen tun oder sagen zu lassen. Beim Lesen möchte man den Kerl einfach immer wieder schütteln oder eins aufs Dach geben. Aber keine Sorge, es gibt auch genug sweete Momente, damit man nicht das Interesse verliert. Nach und nach wird seine Hintergrundgeschichte aufgedeckt, aber ich hatte immer das Gefühl, noch nicht alles zu wissen – selbst am Ende des Buches. Vielleicht spart sich die Autorin ja noch einige spannende Details für den zweiten und dritten Band auf, in denen es um andere Pairings gehen wird. Wenn ich einen Verbesserungsvorschlag machen könnte, dann hätte ich mir gewünscht, dass auch Kjer zu Wort gekommen wäre. Ich finde, dass die weitere Perspektive gerade solche Geschichten immer bereichert.

Verzweifelt wünschte ich mir, Kjers Stimme möge noch einmal Wind und Wellen und Feuer in den Hintergrund drängen. Nur noch einmal, und dann werde ich für jetzt und für immer damit klarkommen, mich in einen Mann verliebt zu haben, der nicht mehr lieben kann. (S. 392)

Während der sechs Monate im Leuchtturm lernen wir mit Liv natürlich auch den ein oder anderen Einwohner des nahen Dorfes Castledunns kennen. Ganz besonders Airin, die für Liv eine gute Freundin wird und eine kleine Pension führt. Auch in ihrem Leben läuft nicht alles so glatt, was sie zu einer interessanten Figur macht. Wie es mit ihr weitergeht, erfahren wir zum Glück im dritten Band der Reihe „Find me in the Storm“, auf den ich mich schon sehr freue. Der zweite Band „Save me from the Night“ wird sich übrigens um die Pub-Kellnerin drehen. An der Stelle möchte ich noch mal ein kurzes Lob an die Autorin und den Verlag zu den wunderschönen Buchtiteln und Buchcovern loslassen. Auch wenn’s jetzt fast danach klingt, ich werde dafür nicht bezahlt. Ich bin einfach nur sooo geflasht, dass ich gerade jeder Freundin ein Buch in die Hand drücken würde. I’m in Love! <3

Fazit

Wer auf der Suche nach einem romantischen Wohlfühlbuch ist, der muss sich Show me the Stars von Kira Mohn anschauen. Die tollen Charaktere, das traumhafte Setting und der wunderschöne Schreibstil machen das Buch zu einem Pageturner, den ihr nicht mehr aus der Hand legen werdet.  Mädels, das hier ist definitiv eine Leseempfehlung! Ab in den Leuchtturm – sofort! <3

Bewertung

Rezension Sternebewertung 5 Sterne

Kira Mohn: Show me the Stars | Rowohlt Verlag | ISBN:  978-3-499-27599-9 | 416 Seiten | 12,99 € (TB) / 9,99€ (E-Book)

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