Lese-Logbuch von Sandy

{Lese-Logbuch} Sandys Juni + Juli 2018 // Mystery, Thrill und ganz viel Magie

Es wundert mich selbst, aber meine Lese-Challenge 2018 läuft! Yes! Ich weiß noch, wie ich in den letzten Jahren im Sommer regelmäßig einen kleinen Panikanfall bekommen habe, weil das Ziel – 50 Bücher – in unglaublich weiter Ferne lag. In diesem Jahr aber ist alles im grünen Bereich, alles entspannt, alles easy. Und das obwohl ich das Gefühl habe, so unglaublich wenig zu lesen. Ich bin trotzdem guter Dinge, denn auf meinem Bücherstapel liegen aktuell ein paar Schätzchen, auf die ich mich so richtig freue. Die Mischung fürs nächste Lese-Logbuch ist mindestens so bunt wie dieses hier. Aber ich will ja nicht spoilern! ;) In diesem Lesemonat habe ich erstmal Mystery, Thrill und ganz viel Magie für euch – und wieder mal einen Bestseller, der bei mir ziemlich gefloppt ist. Lest selbst!

Statistik

Gelesene Bücher: 5
Gelesene Seiten: 1.873
Gehörte Bücher: 1
Sternebewertung Durchschnitt: 4,2
Monats-Top: Hyde

Indigo und Jade von Britta Strauß

Rezension Indigo und Jade von Britta Strauß BuchcoverBritta Strauß schreibt einfach wunderbar. Das wusste ich schon durch ihr Buch „Sturmherz“. Schon nach dem superspannenden Prolog, in dem wir miterleben dürfen, wie Protagonist Indigo betrogen und verflucht wird, war aber klar, dass ich bei diesem Spontankauf kein Sicherheitsnetz brauchen würde. High-Fantasy-typisch nimmt sich die Autorin viel Zeit, die Geschichten ihrer wichtigsten Figuren zu erzählen. So erfahren wir u.a., welches schreckliche Schicksal Jade zu einer heimatlosen Straßendiebin gemacht hat und welch häßliche Kindheit die nun böse Königin Scylla durchleiden musste. Bevor sich Indigo und Jade überhaupt treffen, um sich auf ihre gefährliche Reise zu machen, klebte ich förmlich an den Seiten dieser düsteren und unheimlich spannenden Geschichte – und danach umso mehr! Der abenteuerliche Part bleibt auch jetzt im Fokus der Geschichte, auch wenn hin und wieder ein paar Funken schlagen. Es bleibt spannend über den Schluss hinaus, sodass man froh ist, wenn der zweite Teil der Geschichte schon bereitliegt. 5 Sterne. 

Elfenmagie von Sabrina Qunaj

Rezension Elfenmagie von Sabrina Qunaj BuchcoverMit diesem Buch habe ich schon wahnsinnig lange geliebäugelt, aber so richtig konnte ich mich noch nicht durchringen. Immerhin hat das Schätzchen fast 1000 Seiten. Die Entscheidung fiel daher zugunsten des Hörbuchs, was ich nicht bereut habe. Es geht um die Halbelfe Vanora, die versteckt in der Menschenwelt aufwächst. Sie besitzt die Macht, das geteilte Elfenreich wieder zu vereinen, was logischerweise nicht für alle Parteien erstrebenswert ist …

Wer Bock auf eine High-Fantasy-Elfengeschichte voller Action und Emotion hat, sollte hier einen Blick riskieren. „Elfenmagie“ wartet auf mit blutigen Schlachten, einer Dreiecksliebesgeschichte, Humor, einigen unerwarteten Wendungen – und einer Autorin, die ihre Story mutig durchzieht. Wow! Ich war tief beeindruckt und die Folgebände, in denen es um andere Figuren geht, stehen definitiv auf meiner Leseliste. 5 Sterne.

Vollendet von Neal Shusterman

Rezension Vollendet von Neal Shusterman BuchcoverMit seiner neuen wahnsinnig gut durchdachten Dystopie um die Scythe konnte Neal Shusterman mich (und Kristina) vollkommen begeistern. Entsprechend hoch waren darum meine Erwartungen an seine frühere Buchreihe, deren Thema wieder ein sehr düsteres ist. Es geht letztlich um die Frage, was einen Menschen ausmacht. Wo beginnt er mehr zu sein als die Summe seiner Teile?

Bei der Grundlage, auf der die Geschichte aufbaut, hatte ich aber schon ein Problem, denn ich konnte sie dem Autor nicht abnehmen. Seine Entstehungsgeschichte ist ebenso unglaubwürdig wie dieses Konzept selbst. Damit stand für mich die ganze Geschichte auf tönernen Füßen. Abgesehen davon hat mich der Autor aber wie bei Scythe auch mit der Komplexität seiner erdachten Welt beeindruckt. Er zieht aus seiner Grundidee eine ganze Reihe folgerichtiger Schlüsse und hat keine Angst, damit seine Leser zu erschüttern. 3,5 Sterne.

Hyde von Antje Wagner

Rezension Hyde von Antje Wagner BuchcoverIch hatte keine Ahnung, worum es in „Hyde“ gehen würde. Der Klappentext ist sehr kryptisch und auch Antje Wagner blieb in unserem Gespräch zum Buch-Release vage. Ich war mir zunächst nicht einmal sicher, in welcher Zeit es spielen würde, ob es realistisch wäre oder Fantasy, ein Krimi, eine Dystopie? Diese Ungewissheit macht einen großen Reiz beim Lesen aus, denn so darf man die Geschichte und ihre verschiedenen Zeitebenen nach und nach entdecken. Man sammelt ein Puzzleteil nach dem anderen und fragt sich, wie sie wohl zusammenpassen, wird auf andere Fährten und einmal an der Nase herumgeführt. „Hyde“ ist also ein ganz typisches Antje-Wagner-Buch.

Es verbinden sich darin zwei Geschichten: die der Vergangenheit unserer Protagonistin Katrina und die der Gegenwart, in der sie ein altes Haus renoviert. Dieser Teil erinnerte mich an Shirley Jacksons „Hill House“. Es passieren hier ein paar seltsame Dinge und wie Eleanor Vance macht auch Katrina den Eindruck, keine ganz zuverlässige Erzählerin zu sein. 

Da die Geschichte in teils sehr kurzen Abschnitten geschrieben ist und die Zeitebenen oft wechseln, ergibt sich schnell eine spannende Dynamik. Viele Mini-Cliffhanger kreieren so einen erzählerischen Sog, dem man kaum entkommt. Trotz der schnellen Wechsel hatte ich kein Problem, mich zu orientieren. Ich wusste immer, „wann“ und „wo“ ich gerade bin, und konnte mich prima in das Geschehen einfühlen.

Über das Ende werden sich mit Sicherheit wieder die Geister scheiden. Für mich war es okay, es hätte anders sein dürfen. Das Gute daran ist, dass es durchaus Diskussionspotenzial bietet. 5 Sterne.

Und plötzlich macht es Klick von Bas Kast

Rezension Und plötzlich macht es Klick von Bas Kast BuchcoverDer Frage, wie uns die guten Ideen in den Kopf kommen, widmet sich der Wissenschaftsjournalist Bas Kast in seinem Buch über das Handwerk der Kreativität. Dabei beschreibt er detailliert aktuelle Studien und gibt ab und zu die Möglichkeit, ein paar Experimenten selbst zu testen. Interessant fand ich besonders die eingeflochtenen Geschichten über bekannte kreative Köpfe wie Charles Dickens oder Hans Zimmer.

Manch einen wird aber vielleicht der Titel in die Irre führen, denn das hier ist weniger ein Ratgeber mit Handlungsanweisungen, um kreativer zu werden. Allenfalls das letzte Kapitel könnte man in gewisser Weise so lesen. Und das ist auch mein einziger Kritikpunkt, denn diese „Wendung“ am Ende fand ich irritierend. Es erschien mir, als habe sich der Autor auf einmal doch bemüßigt gefühlt, eine Anleitung zu geben. 4,5 Sterne. 

Das Paket von Sebastian Fitzek

Rezension Das Paket von Sebastian Fitzek BuchcoverPsychiaterin Emma Stein wird in einem Hotelzimmer vergewaltigt und dadurch so traumatisiert, dass sie ihr Haus nicht mehr verlässt. Als der Postbote ein Päckchen für einen ihr unbekannten Nachbarn dalässt, werden ihre Paranoia immer schlimmer. Emma ist eine unzuverlässige Erzählerin, was durchaus einen Reiz an der Geschichte ausmacht. So richtig einlassen konnte ich mich aber leider nicht darauf. Abgesehen vom durchaus spannenden Start dümpelte das teilweise sehr absurde Geschehen eher so dahin, während Emma ständig in Panik oder ohnmächtig war. Wirkliche Spannung kam da bei mir nicht auf. Die Geschichte endet dann leider auch nicht besonders originell, wobei der Böse ernsthaft noch mal alles erklären musst. Nein, dafür gibts von mir keine Begeistungsstürme. 2,5 Sterne.

Hinterlasst Spuren, nicht nur Staub!

So ihr Lieben, das waren meine Lesemonate Juni und Juli. Kennt ihr die Bücher auch? Wie haben sie euch gefallen? Und wie läuft es so mit eurer Lese-Challenge?

Bücherschrank

{Rezension} Träume, die ich uns stehle von Lily Oliver

Lara kann nicht aufhören zu reden. Ein Zwang treibt die an Amnesie leidende junge Frau dazu, ihre Erinnerungslücken mit Worten zu füllen. Längst hört ihr keiner mehr zu, außer in den Therapiestunden, die sie als Patientin der Psychiatrie bekommt. Bis sie Thomas findet. Lara weiß, es ist falsch, ihre Verzweiflung über ihre Amnesie auf ihn abzuladen, denn Thomas liegt im Koma. Dennoch schleicht sie sich immer wieder zu ihm und bemerkt bald, dass er auf ihre Stimme reagiert. Lara beschließt, Thomas eine Geschichte zu erzählen: eine Liebesgeschichte zwischen ihr und ihm, die bald für beide realer wird als ihr Dasein im Krankenhaus. Ein Traum von Liebe, an den sich beide klammern und der die Kraft hätte, nicht nur Thomas aus der Dunkelheit zu holen, sondern auch Lara. Doch beide ahnen nicht, was für eine erschütternde Wahrheit in den Tiefen von Laras Geschichte auf sie wartet …

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Epic Eleven Halbjahreshighlights 2018 Bücher
Geblubbel

{Geblubbel} Kristinas Epic Eleven Halbjahreshighlights 2018

Ihr Lieben, wir haben Halbzeit! Das Lesejahr 2018 ist schon zur Hälfte rum und das ist für mich immer ein schöner Anlass, um in meinen gelesenen Büchern zu stöbern und meine Highlights zu krönen! Das waren dieses Jahr so einige … Ich habe anscheinend viele Fortsetzungen gelesen, deshalb fasse ich meine 11 Bücher zu den entsprechenden Reihen zusammen. ;)

An der Stelle sage ich DANKE DANKE DANKE! <3 Danke ihr wundervollen, mutigen Autoren für eure Geschichten, die mich berührt, verführt, geschockt, gerockt und zum Nachdenken gebracht haben … Durch euch wird mein Alltag bunter und mein Leben reicher. Hört bloß nie auf zu schreiben! So, das musste mal raus und nun Vorhang auf für meine zauberhaften Halbjahreshighlights!

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Hyde von Antje Wagner Aufmacherbild
Lesezeichen

{Lesezeichen} Hyde von Antje Wagner

Heute ist ein großartiger Tag, denn heute erscheint endlich „Hyde“, das neue, mysteriöse Jugendbuch von Antje Wagner. Der Klappentext verrät nicht sehr viel, außer dass das Buch die Geschichte von Katrina erzählt. Sie ist mit ihrer Schwester und ihrem Vater in Hyde aufgewachsen, das nun nicht mehr existiert. Welche Geheimnisse in ihrer Vergangenheit liegen und was mit Hyde passiert ist, erfahren wir nach und nach, während Katrina ein altes Haus renoviert, und sich das Alltägliche mit dem Unheimlichen verflechtet.

„Es gibt nur einen Weg aus der Angst. – Der führt mittendurch.“

Da ich Hyde selbst schon durchsuchten durfte, kann ich euch sagen: Es ist gut, dass der Klappentext nicht mehr verrät, denn es macht riesigen Spaß, diese Geschichte selbst nach und nach aufzudecken. Trotzdem möchte ich euch das Buch anteasern – ohne Spoiler natürlich – und habe Antje eingeladen, uns ein bisschen mehr zu verraten …

Warum ich „Hyde“ von Antje Wagner lesen muss(te)

  • Antje ist nicht nur eine super-sympathische Person, sondern – viel wichtiger – eine wirklich brillante Autorin. Dass das andere auch so sehen, beweisen ihre ganzen Literaturpreise. ;)
  • Ihre Bücher haben immer etwas Dunkles, Abgründiges, Faszinierendes, das es zu entdecken gilt.
  • Apropos entdecken: An Mysteriösem und Rätselspaß mangelt es auch im neuen Buch nicht (siehe unten).
  • Nachdem ich die Leseprobe des ersten Kapitels gelesen hatte, war mein Kopf schon voll von den wildesten Theorien.
  • Antje ist eine Garantin für Bücher, die einen zum Nachdenken bringen. Das sind die besten.
  • Es gibt bei ihr oft nicht „die Lösung“ – sondern viele verschiedenen Lesarten.
  • Es gibt eine Playlist zum Buch bei Spotify – wie toll ist das denn??
  • Mit ihren Antworten auf meine Fragen hat Antje perfide, wie sie ist, so viele Spannungsknöpfchen gedrückt, dass ich es kaum noch ausgehalten hab. Weiterlesen also auf eigene Gefahr. :)

Drei Fragen an die Autorin

Hyde von Antje Wagner BuchcoverAntje, worum geht es in „Hyde“? Wie viel kannst du überhaupt verraten? Der Klappentext ist ja schon sehr kryptisch.

Ja, das ist er. *g* 

Das Problem bei „Hyde“ ist, dass man unheimlich schnell zu viel verrät. Das ganze Buch ist wie ein großes Rätselspiel. 

Das beginnt schon mit dem Titel, der gleich mehrere Bedeutungsräume aufmacht. Wenn man den Titel laut liest, denkt man vielleicht zuerst an „to hide“, was ja „verstecken“ oder „verbergen“ heißt. Wenn man das Wort still liest, fällt einem vielleicht „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ ein, eine sehr böse Geschichte. Es gibt noch eine dritte Bedeutung. Im Altenglischen bedeutet „Hyd“ (ohne das „e“) „Haut“. Wenn man den Roman liest, wird man merken, dass tatsächlich alle drei Bedeutungen des Titel wichtig sind. 

Es gibt an jeder Ecke dieses Buches Geheimnisse, lose Fäden und eben: Rätselhaftes. „Hyde“ funktioniert dabei ein bisschen wie ein Puzzle. Man sammelt Teilchen für Teilchen, und ganz langsam erschließt sich eine erstaunliche, ich würde sogar sagen: eine verstörende Wahrheit. 

Ein Puzzleteilchen vorab verraten zu bekommen, könnte einem einfach die Lesefreude verkleinern, die zu einem großem Teil eben auch auf der Kombinierfreude, auf dem „Mitmachen“ der Leser*innen beruht. 

So kann ich dir hier und jetzt z.B. sagen, dass unsere Hauptfigur auf eine absolut ungewöhnliche Weise aufgewachsen ist, so wie niemand (wirklich niemand) sonst in Deutschland, aber ich darf dir noch nicht sagen, auf welche Weise. Klingt kryptisch? Ja, in der Tat. *g*

Verrate uns etwas Besonderes über das Buch – vielleicht aus seiner Entstehung oder hat es für dich eine besondere Bedeutung? Oder: Gibt es ein besonderes Erlebnis, das du während des Schreibens hattest? Ein unerwartetes Ereignis, einen Aha-Moment oder eine amüsante Anekdote?

Eine Anekdote? 

Hm … Vielleicht das: Ich habe die ganze Zeit während des Schreiben gefroren. Tatsache. Ich hab immer mit einer Wolldecke geschrieben. Wenn man das Buch liest, versteht man vielleicht, wieso. 

Gibt es etwas Besonderes, fragst du, etwas aus seiner Entstehung. Weißt du, es gibt lustigerweise gleich mehrere Gründe für seine Entstehung. Ich hab hier nur mal drei:

DAS SURVIVAL-THEMA

Ich liebe Survivalbücher. Schon als Kind habe ich die total gerne gelesen. Romane, die in brachialer Natur spielen, die viel mehr ist als nur eine „Dekoration“ für die Geschichte. Wenn Romanfiguren mit einer Natur umgehen müssen, die sich dir mit Zähnen und Klauen entgegenwirft – das hat mich schon immer fasziniert. 

Ich hatte schon sehr lange den Wunsch, „eine Art“ Survivalroman zu schreiben, der aber in Deutschland spielt. Geht das überhaupt? Üblicherweise spielen solche Romane ja dort, wo es weitläufige wilde Gegenden gibt, wo man also lange, lange Zeit nicht auf Zivilisation trifft: in den großen Wäldern Kanadas, in Sibirien, in der Arktis. 

In Deutschland gibt es solche Gegenden einfach nicht. Survival in Deutschland – das geht also nicht! Oder doch? Ich hab es mit „Hyde“ einfach mal versucht! :-D

DIE FIGUR

Katrina ist die Hauptfigur in „Hyde“ und sie ist ein Charakter, der mich stark interessiert hat. Weißt du, als ich anfing mit dem Roman, sagten mir verschiedene Menschen: „Also – das kannst du doch nicht machen, Antje, v.a. nicht in einem Jugendbuch! Du brauchst eine ganz andere Hauptfigur. Eine, mit der man sich identifizieren kann. Mit Katrina geht das nicht. Die Leser*innen werden sie nicht mögen. Sie ist einfach zu verstörend. Viel zu anders als normal.“ 

Fakt ist aber: Ich war nicht trotz, sondern wegen ihres Andersseins so fasziniert von ihr. Ich habe ein großes Interesse an Figuren, die nicht glatt und problemfrei, nicht so integriert sind wie die meisten von uns selbst. Mich interessieren Menschen beim Schreiben, die auf verschiedene Weisen gebrochen sind. Die einen vielleicht sogar erschrecken. 

Ich persönlich glaube, dass man sich mit jeder Figur, egal, wie versehrt, wie düster und „anders“ sie ist, identifizieren kann, solange sie es schafft, die eigene Seele zu berühren. Und ich wünschte mir sehr, dass mir das mit Katrina gelungen ist. Sie ist zwar total fremd, aber ein Herzensmensch, und sie hat eine absolut ungewöhnliche Geschichte, der man, glaube ich, zuhören sollte, weil es um ganz bestimmte menschliche Werte darin geht, die uns alle angehen. 

DIE DRAMATURGIE

Ich hab ein echtes Faible für sogenannte „Mindfuck-Bücher“ (und Filme). Sarah Waters’ historischer Krimi „Solange du lügst“ gehört in diese Gruppe. Ein tolles Buch! Unbedingt lesenswert! Sie führt uns etwa den halben Roman lang auf eine bestimmte Fährte, und dann – Peng: ein Plottwist, und alles, was wir zu wissen geglaubt haben, ist auf den Kopf gestellt. Ich war total geplättet, als ich das Buch las, und wollte so was auch können!

An Filmen gibt es in dem Bereich z.B. „Psycho“, „Shutter Island“ oder „The Sixth Sense“ und zahlreiche mehr – da führt ein Plottwist dann dazu, dass wir die echte Geschichte erst in diesem Moment begreifen. 

Mit „Hyde“ wollte ich so was versuchen. Auf eine stille, langsame und atmosphärische Art aber. Doch ich habe nicht nur einen Plottwist in dem Buch, sondern zwei. Das war ein ziemlich verrücktes Arbeiten. 

Und zu guter Letzt kannst du unsere Leser*innen noch mal so richtig motivieren: Warum müssen wir „Hyde“ unbedingt lesen?

Ich weiß nicht, ob man es lesen „muss“. Aber denen, die vielleicht neugierig geworden sind, kann ich versprechen: Sie werden eine zwar stille, aber wirklich ungewöhnliche Geschichte lesen. Nicht nur inhaltlich, auch erzähltechnisch bietet der Roman etwas, was es in Deutschland, glaube ich, im Moment so noch nicht gibt. 

Das kann dann entweder begeistern – wenn man eben Bücher mag, die ungewohnte Wege einschlagen – oder nicht. Ich hoffe natürlich auf das erste. 

Liebe Antje, vielen Dank für diesen tiefen Einblick in deine neue Geschichte!

Buchinfos

Erscheinungstermin: 16.07.2018
Preis: 14,99 €
Seitenzahl: 408
Format: Gebunden
Verlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3-407-75435-6

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Hinterlasst Spuren, nicht nur Staub!

Ich hoffe, Antje und ich konnten euch „Hyde“ so richtig schmackhaft machen. Steht es schon auf eurer Wunschliste? Habt ihr es schon gelesen? Was denkt ihr?

Ein kleiner Tipp noch zum Schluss: Zum Buch gibt es auch eine Webseite mit weiteren Infos zu Hyde – darunter auch die Playlist und ein megacooles Instagram-Gewinnspiel. Wo wir schon bei den Superlativen waren: Ich glaube, so einen coolen Gewinn gab es in Deutschland auch noch nicht … ;)