Verborgene Schätze

{Verborgene Schätze} April 2016

Endlich ist der Frühling da! Jedenfalls hier, in der Mitte von Deutschland, wo ich gerade bin. Gleißende Sonne und blauer Himmel strahlen um die Wette und bieten damit das perfekte Wetter, um die Verborgenen Schätze für April zu schreiben. Dieses Mal haben wir zwei Autorinnen am Start, die nicht nur supernett sind, sondern auch noch so richtig großartig schreiben – und damit absolut verdient den Titel der Verborgenen Schätze abräumen. Die eine sogar den zweiten Monat in Folge. Respekt!

Sandys Verborgener Schatz
„Coco Lavie: Spiegelblut“ von Uta Maier

Rezension | Coco Lavie Spiegelblut | Uta Maier | Romance | Fantasy | Romantasy | tintenmeerDas erste Buch von Uta Maier habe ich vor Jahren gelesen. „Triklin – Die Feuertänzer“ konnte mich damals schon richtig fesseln. Ich weiß noch, wie viel Spaß es gemacht hat, denn diese Autorin kann es wirklich, das Erzählen von Geschichten, in die man so richtig tief eintauchen kann. Sie kann Welten erschaffen. Dann habe ich die Autorin aber lange Zeit aus den Augen verloren. Zum Glück sieht man sich im Leben ja immer zweimal und so führte mich mein Weg in diesem Jahr wieder zurück zu ihr. Tatsächlich ganz zufällig. So kam es, dass ich sogar zwei ihrer Bücher von der Leipziger Buchmesse mitbrachte.

„Entführt – Bis du mich liebst“ (geschrieben unter dem Pseudonym Mila Olsen) habe ich verschlungen und für großartig befunden – ebenso wie meine Mama übrigens, der ich das Buch zu Ostern geschenkt habe. In die Riege der Verborgenen Schätze hat es dieses Buch längst geschafft, nämlich im März 2016. Da war Kristina schneller. Darum möchte ich euch heute noch ein weiteres Buch von Uta Maier ans Herz legen.

„Coco Lavie: Spiegelblut“ ist der erste Teil der (wenn ich mich nicht irre) Vampir-Dilogie der Autorin. Kleine Entwarnung: Kitschig wird es nicht! Im Gegenteil! Auch hier hat mich die Autorin nicht enttäuscht. Aus ihren anderen Büchern weiß ich ja schon, dass sie Geschichten mit Tiefgang schreiben kann, bei denen man sein Herz an die Figuren verliert, sich verliebt, ohne in Zuckerguss zu ertrinken.

Dieses Fantasy-Buch schafft für mich einmal mehr die Balance zwischen echter atemloser Spannung und düsterer Poesie. Es verwebt beides so gut, dass man einerseits schnell weiterlesen und in der Handlung vorankommen möchte und andererseits auf dem Weg immer wieder anhält und verharren möchte, weil die Beschreibungen so wunderschön sind. Ein richtiges Hin- und Hergerissen-sein. Für mich eines der Bücher, die ich eigentlich mit Textmarker (ja!) in der Hand lesen müsste.

Plötzlich war da ein warmer Wind in der bedrohlichen Stille seiner Aura. Er streichelte meine Haut, weich und dunkel wie Seide, die aus dem Schatten der Nacht gemacht war. Er trug das Mondlicht in sich und den Glanz von silbernen Sternen, die zerbrechlicher waren als Schneeflocken. Sie schneiten vor einem schwarzen Horizont, vor einer Linie aus Schmerz. Ich blinzelte hinter der Augenbinde, als ich erkannte: Es war gar kein Wind. Es war ein Duft. Der Duft von Mondwind und Silberschnee. Aber er gehörte nicht zu dem orangefarbenen Opal in meiner Hand, sondern zu Damontez!

– Uta Maier: Coco Lavie. Spiegelblut, S.83

Uta Maier schreibt wirklich wunderschön, und das ist nicht alles. Sie kreiert dabei auch Figuren, die vielschichtig sind und deren Handlungen, Entscheidungen und Wesenszüge immer wieder überraschen – dabei aber nicht unglaubwürdig werden. Das ist einfach großes Kino.

Und nicht nur die Figuren sind vielschichtig, sondern auch die Geschichte selbst. Auch wenn der Leser nicht alles erfährt, so spürt er doch, dass unter der Oberfläche dessen, was ausgesprochen wird, noch so viel mehr steckt, so  viele andere Geschichten, so viele andere Schicksale, die miteinander verbunden sind. Das macht für mich eine wirklich gute Autorin aus: Dass man beim Lesen spürt, dass man nur den Hauch einer Welt entdeckt, die noch aus so viel mehr besteht. Diese Kunst beherrschen tatsächlich nur wenige.

Aus dem Grund möchte ich euch heute, wenn ich ehrlich bin, nicht nur „Coco Lavie“ ans Herz legen, sondern die Autorin selbst. Wenn Vampir-Romane nicht euer Ding sind, dann schaut euch ihre anderen Geschichten an! Ich werde sie jedenfalls nicht wieder aus den Augen verlieren – wie auch, so sehr, wie ich gerade die Fangirl-Fähnchen schwenke! :)

Wenn ihr mit fangirlen wollt, hier geht es zur Homepage und zur Facebook-Seite von Uta Maier.

 

Kristinas Verborgener Schatz
„Engelsstaub“ von Anne-Marie Jungwirth

Rezension | Engelsstaub | Anne-Marie Jungwirth | imress | carlsen | Fantasy | Romance | Romantasy | Lovestory | tintenmeerIch muss zugeben, ich lese ja eher selten Impress-Bücher. Meist sind sie doch einen Ticken zu jugendlich/romantisch/kitschig für meinen Geschmack. Aber hier war alles anders. :) Auf Engelsstaub bin ich durch facebook aufmerksam geworden und die Storybeschreibung und die Leseprobe haben mich überzeugt. Ich musste es ganz bald lesen und habe es nicht bereut.

In der Geschichte geht es um Jade, die man wohl mit Fug und Recht als Nerd bezeichnen kann. :) Sie hat mit typischem Mädchenkram nicht viel am Hut und beschäftigt sich stattdessen lieber mit ihren Experimenten. Ihr Herz gehört der Wissenschaft und damit eifert sie ihrem verstorbenen Vater nach. Auf einem Konzert trifft sie auf den Musiker Caspar Sinclair und versteht erstaunlich gut mit ihm. Doch bevor sie sich näher kommen, findet ihr junges Leben leider ein viel zu frühes Ende. Aufgewacht im Himmel wird sie mit mysteriösen Geheimnissen und Intrigen konfrontiert und zu allem Überfluss soll sie von nun an als Matchmakerin im Engelsheer dienen und niemand Geringeren verkuppeln als Caspar Sinclair …

Ihr ahnt es schon anhand der kreativen Beschreibung: Hier gibt es einige neue und wirklich erfrischende Ideen zu entdecken! Die Autorin hat sich einiges einfallen lassen, um uns Lesern etwas Neues zu bieten und die Geschichte hat mich rundum gut unterhalten. Jade war mir gleich zu Beginn sympathisch und füllt ihre Rolle als Nerd überzeugend aus. Endlich mal eine Protagonistin, die sich nicht dauernd den Kopf über Jungs und Make-up zerbricht, sondern stattdessen lieber über ihr aktuelles Mäuse-Experiment nachdenkt. Das hab ich ihr zu jeder Zeit voll und ganz abgenommen.

Damit das hier nicht zur Rezi ausartet (die Gefahr besteht bei mir ja grundsätzlich ^^), sage ich euch noch schnell, was mich besonders beeindruckt hat: Die Gefühle, die rüberkamen, traurig-tragisch und ich musste das ein oder andere Tränchen verdrücken. *schnief* Dann auch Caspar und Jade selbst, die einfach authentisch sind und sich angenehm „unteeniehaft“ und erwachsen verhalten.

Dann darf ich auch nicht die genialen kreativen Einfälle vergessen, die in der Geschichte stecken: Die Hierarchien und verschiedenen „Jobs“ der Engel, der Engelsstaub und das tolle selbst erdachte Brettspiel mit Satan!

Mein Fazit: Die etwas andere Teenie-Fantasy-Lovestory voller Überraschungen! :) Unverbrauchte Ideen, eine nerdig-sympathische Hauptperson und einfach was Schönes, Unkitschiges für´s Herz. *hach* Sehr süß. Sehr emotional. Sehr erfrischend. Und sehr sehr gerne geschmökert (btw: wie wär´s eigentlich mit einem zweiten Band, liebe Frau Autorin?)! <3

Und hier könnt ihr euch auf der Homepage der Autorin bzw. auf ihrer Facebook-Fanseite umsehen. ;)

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