Spotlight on

{Spotlight on} Warner aus „Ich fürchte mich nicht“

Hallo liebe Tintenmeer-Leserinnen und -Leser,

meine Vorstellung liegt nun schon mehr als zwei Wochen zurück und jetzt möchte ich euch gern meinen ersten Artikel überhaupt vorstellen. Sandy und ich haben überlegt, eine neue Kategorie aufzumachen, die wir „Spotlight on“ nennen. In dieser möchten wir euch im Laufe der Zeit bemerkenswerte Charaktere, Bücher, Filme, Autoren … vorstellen, die uns besonders beeindruckt haben und in Erinnerung geblieben sind. Dinge, die uns am Herzen liegen, die uns so sehr begeistert haben, dass wir sie in die Welt hinausschreiben (nein, das ist kein Schreibfehler) müssen! Charaktere, Bücher, Filme, Autoren, bei denen es sich lohnt, dass ihr sie kennen lernt. Wir freuen uns tierisch über eure Kommentare und einen regen Austausch. :)

So, kommen wir zur Vorstellung. Und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich trage so viele Gedanken zu Warner in mir, dass ich mich zwingen muss, mich kurz zu fassen und nicht gleich eine komplette psychologische Analyse niederzuschreiben (auch wenn ich das am liebsten tun würde). :)

Ich fange am besten bei seinem Aussehen an. Warner ist 19 Jahre jung und wird von Juliette als sehr attraktiv und anziehend beschreiben. Makellose Haut, kantiges Kinn, kraftvolle Stimme, smaragdgrüne Augen, blonde perfekt gekämmte Haare und ein Grinsen, das sowohl einschüchternd als auch verführerisch wirken kann. Außerdem ist er ziemlich fit, kampferprobt und durchtrainiert. Er ist der Kommandeur über Sektor 45 und holt Juliette zu Anfang der Geschichte aus ihrer Isolationshaft in seine Gewalt, in seine Unterkunft. Er handelt im Auftrag seines Vaters, verfolgt aber eigene Pläne mit ihr, sagt ihr nicht, worum es genau geht und zwingt sie, schlimme Dinge zu tun. Kurzum: Er ist das perfekte Arschloch. Oder wie er von sich selbst in Band 2 sagt:

„Ich bin ein herzloser Dreckskerl und eine grausame, bösartige Kreatur. Die Gefühle anderer sind mir komplett einerlei. Ebenso einerlei wie ihre Ängste, ihre Zukunft, ihre Wünsche, ihr Leben. Und es tut mir auch nicht leid. Mir tut nie etwas leid.“

– Tahereh Mafi: Rette mich vor dir, S.305f

Ich muss sagen, ich liebe die Wortgefechte, die sich Juliette und Warner seit ihrer ersten Begegnung immer wieder liefern:

„Sie sind der Mörder“, sage ich. „Deshalb sind Sie wohl im Recht.“
Sein Lächeln birgt Sprengstoff. „Leg dich schlafen.“
„Fahr zur Hölle.“
Er bewegt den Kiefer hin und her. Geht zur Tür. „Darauf arbeite ich hin.“

– Tahereh Mafi: Ich fürchte mich nicht, S.108

Die sind wirklich filmreif (nebenbei bemerkt, ich habe gehört, dass es irgendwann demnächst eine Verfilmung der Bücher geben soll. Hoffentlich versaut mir das dann nicht Warner, wie ich ihn mir vorstelle …). Warners Taten sind jedenfalls nicht ohne. Er ist mal eiskalt und dann wieder fürsorglich. Aber ich habe gleich geahnt, dass mehr in ihm steckt und dass Juliette ihm wirklich etwas bedeutet. Er hat gute Gründe für das, was er tut, und diese werdet ihr im Laufe der Geschichte auch erfahren. Oder wie er selbst sagt:

„[…]Du solltest nicht versuchen, mein Verhalten zu verstehen […] Denn dabei kannst du nur enttäuscht werden. Und wenn du weiterhin Mutmaßungen über meinen Charakter anstellen möchtest, kann ich dir nur eines raten: Geh davon aus, dass du immer falschliegst.“

– Tahereh Mafi: Ich brenne für dich, S.45f

In diesem Sinne sollte ich vielleicht gar nicht versuchen, Warner zu analysieren, oder? Was würde er wohl von diesem Artikel halten? Ich habe ihn am Anfang auch ein bisschen gehasst, konnte es aber nicht komplett, weil er dauernd so tolle tiefgründige Sachen sagt und Juliette die Wahrheiten immer direkt ins Gesicht schleudert. Besonders schön finde ich:

„Ich bin zumindest ehrlich“, fügt er hinzu.
„Sie haben gerade zugegeben, ein Lügner zu sein!“
Er zieht die Augenbrauen hoch. „Ja, ich gebe ehrlich zu, ein Lügner zu sein.“

– Tahereh Mafi: Ich fürchte mich nicht, S.87

Und seine Meinung zu Tattoos, von denen er selbst zwei besitzt (welche das genau sind und wo, verrate ich euch nicht, das könnt ihr selbst herausfinden).

„Bücher […] kann man leicht vernichten. Doch die Worte bleiben so lange am Leben, wie Menschen sich an sie erinnern. Und Tätowierungen zum Beispiel kann man schwer wieder vergessen. […] Ich denke, es hat mit der Unbeständigkeit unserer Zeit zu tun, dass wir uns etwas in die Haut ritzen lassen  […] Es erinnert uns daran, dass wir von der Welt gezeichnet und noch am Leben sind. Dass wir niemals vergessen werden.“

– Tahereh Mafi: Rette mich vor dir, S.292

Hach, ist das nicht schön? Ich liebe solche Aussagen und spätestens da hat Warner mich verzaubert. Okay, ich muss ehrlich zugeben: Ich stehe auf Bad Boys in Büchern. Sie haben so etwas Faszinierendes, Düsteres, Tiefgründiges an sich, das mich dazu bringt, sie näher kennenlernen zu wollen, ihre Geheimnisse zu ergründen und ihnen zu helfen, ein besserer Mensch zu werden. Denn meist haben sie eine harte Schale und einen weichen Kern und würden für ihre Geliebte alles tun …

„Ich weiß, dass du mich wahrhaftig nicht hasst. Ich weiß, dass du mich hassen willst, aber außerstande dazu bist. Weil du keinen Groll gegen mich hegst in deinem Herzen. Wenn es so wäre, würde ich es wissen. Ebenso wie ich weiß“, er klingt erstickt, „dass du etwas empfunden hast, als ich dich geküsst habe. Du hast dasselbe empfunden wie ich und schämst dich dafür.“

– Tahereh Mafi: Rette mich vor dir, S.307

 Außerdem liebe ich Charaktere mit Humor und Warner hat auch den ein oder anderen Spruch auf Lager, bei dem ich breit grinsen musste. Am besten hat mir dieser über Juliettes Beziehung zu Adam gefallen:

„Das ist nicht alles“, fauche ich und balle die Fäuste vor Wut. „Ich mag ihn – und er mag mich!“
Warner nickt ungerührt. „Du solltest dir einen Hund anschaffen, Süße. Die sind auch zu solchen Gefühlen fähig, ist mir zu Ohren gekommen.“

– Tahereh Mafi: Ich brenne für dich, S.59-60

Trotzdem verbirgt er so viel Schmerz in sich, ist zutiefst einsam und verbittert, hasst sich selbst und fühlt sich der Liebe und Freundschaft anderer nicht würdig:

Er lacht. Sagt: „Kannst du dir das vorstellen? Wie ich kleine Kinder anlächle und bei Geburtstagsfeiern Geschenke verteile? Wie ich wildfremden Menschen behilflich bin? Mit dem Hund der Nachbarn spiele?“

– Tahereh Mafi: Rette mich vor dir, S.306

Gerade diese Zwiespältigkeit von Warners Charakter fasziniert mich so. Als ich die Bücher gelesen habe, wusste ich nie, was er als Nächstes sagt. Die Gespräche mit Juliette haben mein Herz höher schlagen und mich die Seiten verschlingen lassen. Ich habe das Gefühl, dass es ihn wahrhaftig und wirklich gibt, nicht dass er ein Charakter aus einem Buch ist. Das ist schon merkwürdig. Ich verbeuge mich zutiefst vor der Autorin Tahereh Mafi, die dieses Wunderwerk vollbracht hat. Das grenzt an Magie und ich wünschte mir, selbst einmal so schreiben zu können und solch einen Charakter zu erschaffen.

Was ich mit meinem wirren Geschreibsel sagen will, ist, dass es sich lohnt, hinter die Fassade zu schauen und dass ich solch widersprüchliche „echte“ Charaktere wie Warner einfach liebe. Er hat sich wirklich in mein Herz geschlichen und ich kann euch die gesamte Trilogie rund um Juliette wärmstens empfehlen, wenn ihr auf gefühlsbetonte, dramatische und tiefgründige Geschichten steht. Vielleicht kann Warner euch ja auch so verzaubern wie mich und ihr verliert euer Herz an ihn. :)

Kleiner Tipp: Ihr solltet euch als Warner-Fan die E-Book Zusatzgeschichte „Zerstöre mich“, die aus seiner Sicht geschrieben ist, auf keinen Fall entgehen lassen! Es gibt wertvolle Einblicke in seinen Charakter, warum er so geworden ist, wie er ist, und was ihn an Juliette so fasziniert. Auch eine schöne Ergänzung im Nachhinein, wenn ihr mit der Reihe schon fertig seid.

Ich danke euch fürs Lesen, würde mich tierisch über einen Kommentar und eure Sicht der Dinge freuen und schließe mit einem letzten schönen Zitat von Warner (wenn ihr, wie ich, noch nicht genug davon habt):

„Die Wahrheit“, sagt er, „ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, weshalb ich lieber mit Lügen lebe.“

– Tahereh Mafi: Rette mich vor dir, S.364

Eure Kristina

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13 Kommentare

  • Antwort Friedelchen 6. Oktober 2014 at 9:48

    Hi Kristina, ein toller Beitrag und eine spannende neue Artikel-Serie; ich bin gespannt, worüber ihr noch so berichten werdet :-)

    Hach ja, Warner <3 Ich lese gerade Teil 3, und war schon nach der Kurzgeschichte total verschossen in ihn :-) Die gewählten Zitate gefallen mir sehr gut und ich bin immer noch überrascht, wie viel mehr hinter seiner Fassade steckt, als man nach dem ersten Band vermutet hat.

  • Antwort Kristina 6. Oktober 2014 at 10:25

    Hallo Friedelchen, lieben Dank, das freut mich sehr! <3 Ja, Warner ist schon ein toller Charakter, der so vielschichtig und widersprüchlich und unterhaltsam ist, dass ich mich einfach in ihn verknallen MUSSTE… :)

    Wir hoffen auch, dass "Spotlight on" noch viele spannende Artikel hervorbringt und wir den Lesern auch unbekanntere Charaktere, Bücher, Filme, Autoren… näher bringen können. Das ist so der Plan. Sei gespannt, was da noch folgt… ;)

  • Antwort Maura (@BookEmotions) 6. Oktober 2014 at 15:06

    Dein Beitrag ist soooooo toll! Ich habe mich richtig gefreut, dass du ihn über Warner machst, denn er ist auch einer meiner Lieblingscharaktere. Ich fand ihn schon von Anfang an so faszinierend und kann dir eigentlich in allem hier zustimmen! <3

    Liebe Grüße
    Maura

    • Antwort Kristina 6. Oktober 2014 at 15:20

      Hallo Maura!

      Ich freue mich über deinen Kommentar und deine Warner-Begeisterung. :) Es ist immer toll, von jemand Gleichgesinntem zu hören. ^^

      Warner ist einfach besonders und hat einen Platz in meinem Herzen der besten Buchcharaktere aller Zeiten! <3

      Ganz ganz liebe Grüße zurück!

      Kristina

  • Antwort Kate 28. Oktober 2014 at 20:21

    Ein wirklich toller Beitrag! Ich kann dir in fast allem zustimmen.

    Ich war in Band 2 sehr überrascht über Warners Entwicklung und hätte in Band 1 niemals mit sowas gerechnet. Ich finde es nur ein wenig schade, was die Autorin aus Adam gemacht hat. Dennoch bin ich froh, wie die Geschichte geendet hat.

    Liebe Grüße
    Kate

    • Antwort Kristina 28. Oktober 2014 at 20:52

      Hallo Kate,

      danke, das freut mich sehr, denn der Artikel kommt wirklich von Herzen! <3

      Ich muss zugeben, auch in Band 1 hatte Warner so seine "netten Momente" (auch wenn sie selten waren) und ich fand manche Aussagen von ihm faszinierend und die Wortgefechte mit Juliette haben mich gefesselt. Dann hat er aber immer wieder etwas getan, damit man ihn hassen konnte. Ich scheine wohl ein Faible für solch zwiespältige Charaktere zu haben, da ich z. B. auch ein Fan Damon aus Vampire Diaries bin… :)

      Das, was die Autorin aus Adam gemacht hat, war aber wirklich blöd. Ich konnte seine Reaktionen zwar nachvollziehen, aber er hat es ein bisschen übertrieben und schien wie ein komplett anderer Mensch… Trotzdem bewundere ich den Mut und die Fähigkeiten von Tahereh Mafi, das sie ihre Geschichte so durchgezogen hat, wie sie es für richtig hielt und dem "Bösen" mal das Mädchen geschenkt hat… :D

      Liebe Grüße

      Kristina

  • Antwort Jacqueline Szymanski 2. November 2014 at 14:19

    Hallo :-)

    Wow, ich bin begeistert! Dein Artikel könnte Warner nicht besser beschreiben. Denn eins ist doch klar Warner ist einfach der wahre Held dieser sagenhaften Reihe *schwärm* Tja und Adam, keine Ahnung ich wurde nie mit ihm warm. Das tut mir irgendwie auch leid, aber ich kanns nicht ändern. Ich freue mich jetzt auf den dritten Teil und muss den mir unbedingt ganz schnell besorgen :-)

    Liebe Grüße
    Line

    • Antwort Kristina 2. November 2014 at 17:39

      Huhu Line! :)

      Wow, danke für dein Lob, das freut mich total! ^^

      Das sehe ich auch so. Da ich ein Herz für Bad Boys habe, war mir schon fast klar, dass ich mich auf seine Seite schlage. :) Aber dass er mich so umhaut, damit hätte ich auch nicht gerechnet… <3 Tja mit Adam wurde ich auch nicht so richtig warm, auch wenn er mir stellenweise leid tat. Ich wünsch dir schon mal ganz viel Spaß mit Band 3, du wirst ihn lieben! ;)

      Liebe Grüße zurück!

      Kristina

  • Antwort Desiree 15. Dezember 2014 at 10:46

    Hi Kristina,

    toller Charaktereinblick! Ich überlege tatsächlich, mir jetzt noch das ebook aus Warners Sicht zuzulegen!

    LG Desiree

    • Antwort Kristina 15. Dezember 2014 at 11:34

      Hallo Desiree,

      lieben Dank für deinen Kommentar, ich freu mich immer, wenn ich sehe, dass jemand meinen Artikel gelesen hat. :)

      Oh das solltest du unbedingt tun! Ich liebe „Zerstöre mich“! <3 Es lohnt sich auf jeden Fall und es ist toll, aus Warners Sicht zu lesen. Man erhält interessante Einblicke und der Schreibstil ist gewohnt wunderschön. Außerdem ist es ja auch nicht teuer und man inhaliert es in einem Zug. :D

      PS: Es gibt übrigens auch noch eins aus Adams Sicht "Vernichte mich", was auch ganz schön ist, aber Warners ist toller! ;)

      Liebe Grüße zurück!

      Kristina

  • Antwort Anja 8. August 2015 at 20:48

    Ich habe heute die Trilogie fertig gelesen und bin nur zufällig hierauf gestoßen. Anfangs fand ich Warner irgendwie unsympathisch und fand Adam besser, doch gerade gegen Ende wurde er wirklich interessant. Man konnte nie sagen, was er im nächsten Moment sagen oder tun würde und das macht ihn zu einer ungemein spannenden Figur.

  • Antwort Kristina 14. August 2015 at 16:16

    Hallo Anja! :)

    Und wie hat dir die Trilogie gefallen? Ich liebe sie ja heiß und innig. <3

    Das stimmt! Warner war total unberechenbar und er hat mich auch ein ums andere Mal mit seinen Handlungen überrascht und sich mit seinen Worten und Taten in mein Herz geschlichen. Einer der spannendsten und vielschichtigsten Buchcharaktere überhaupt! :)

  • Antwort {Lese-Logbuch} Sandys April + Mai 2018 // Auf neuen Pfaden mit meinem Herzensprojekt - Tintenmeer 5. Juni 2018 at 9:12

    […] und ihrem wundervollen Schreibstil hat sie einen Volltreffer gelandet! Besonders der gute Warner gehört zu den großartigen Charakteren, die man nur schwer vergisst. Umso glücklicher waren wir […]

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